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Müntefering zweifelt am Sinn des G8-Gipfels

31. Mai 2007 07:46
Franz Müntefering fordert Uno statt G8
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Für Vize-Kanzler Müntefering ist der G8-Gipfel nicht mehr «zeitgemäß». Seine Kabinettskollegin Wieczorek-Zeul hofft, dass von Heiligendamm ein «Signal des Aufbruchs» ausgeht.

Wenige Tage vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm hat Vize-Kanzler Franz Müntefering (SPD) angeregt, nach Alternativen zu den Gipfeltreffen zu suchen. «Das Forum der G8 ist wichtig, keine Frage», sagte der Arbeits- und Sozialminister der «Frankfurter Rundschau».

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«Das darf uns aber nicht daran hindern, nach zeitgemäßeren Lösungen zu suchen.» Ziel müsse es sein, «die Völkergemeinschaft in der Uno zu stärken und internationale Organisationen wie zum Beispiel die Weltarbeitsorganisation (ILO) und die Weltbank enger zu verzahnen», aber nicht, «die G8 größer zu machen».

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) verteidigte den G8-Gipfel zugleich gegen den Vorwurf, überflüssig zu sein. «Wo auch immer auf der Erde solche Gespräche stattfinden, sie sind es wert angesichts der krassen Ungerechtigkeit, in der die Globalisierung bisher verläuft», sagte sie der hannoverschen «Neuen Presse».

Heidemarie Wieczorek-Zeul
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Sie appelliere daher an die Kritiker, für eine gerechtere Globalisierung zu demonstrieren, aber nicht gegen die Teilnehmer des Treffens. Von Heiligendamm müsse ein «klares Signal des Aufbruchs und der Hoffnung für Afrika» ausgehen.

Beim Klimaschutz müssten die G8-Staaten vorangehen, sonst würden Entwicklungs- und Schwellenländer nicht zu eigenen Initiativen bereit sein, sagte Wieczorek-Zeul der «Passauer Neuen Presse». «Alle müssen ihre Hausaufgaben machen. Das heißt: Drastische CO2- Reduktion, Ausbau erneuerbarer Energien und mehr Energieeffizienz.»

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, forderte die Industrienationen dazu auf, sich ihrer Verantwortung «für viele vergessene Regionen dieser Welt» bewusst zu sein. Die G8- Regierungen sollten die Forderungen der Globalisierungskritiker ernst nehmen, sagte er der Oldenburger «Nordwest-Zeitung». «Selbst wenn sie ihre Anliegen massiv vortragen, haben sie Anspruch darauf, dass sich die Politik mit ihnen intensiv auseinander setzt.» (dpa)

 
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