Netzeitung Logo

 
DruckenVersenden
 

Industrie kritisiert Steinbrücks Steuerreform

26. Mai 2007 13:29
BDI-Präsident Jürgen Thumann
Bild vergrößern
Nur auf dem Papier hat Finanzminister Steinbrück die Steuern gesenkt, moniert der Industrieverband BDI. Der Großen Koalition fehle die Kraft für eine «umfängliche Reform».

Die Industrie ist mit der Unternehmenssteuerreform unzufrieden. «Die angekündigte Absenkung des Spitzensteuersatzes auf knapp unter 30 Prozent gibt es nur auf dem Papier. Die Wirklichkeit sieht anders aus», kritisierte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, in der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Er warf der Regierung vor, nur kleine Schritte zu wagen. «Dieser Koalition fehlt die Kraft zu einer umfänglichen Reform.» Der Bundestag hatte die Reform am Freitag verabschiedet.

Mehr in der Netzeitung:
Das Handwerk verspricht sich von der Reform neue Arbeitsplätze. «Unsere über 900 000 Handwerksbetriebe haben jetzt günstigere Bedingungen für Investitionen. Sie können im Aufschwung wachsen. Damit schaffen sie mittelfristig viele neue Jobs», sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, der «Bild»-Zeitung (Samstag).

Kritik an Erbschaftssteuer

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück
Bild vergrößern
Mit den Vorschlägen zur Erbschaftsteuer zeigte sich BDI-Chef Thumann ebenfalls unzufrieden. Er forderte eine Abschaffung dieser Steuer. Es sei zwar ein guter Ansatz, Erben von Familienunternehmen zehn Jahre von der Steuer zu befreien. Wenn aber gleichzeitig alle anderen Vermögenswerte noch höher angesetzt würden, könne daraus eine enorme Belastung für Erben entstehen. Vor allem in der Landwirtschaft werde es zu großen Problemen kommen. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla bekräftigte in der «BZ am Sonntag», dass die Erbschaftsteuerreform rückwirkend zum 1. Januar in Kraft treten soll.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac bezeichnete die Unternehmenssteuerreform als Skandal. «Den Unternehmen und reichen Menschen werden fünf bis acht Milliarden Euro geschenkt. Bezahlt haben diese milde Gabe die Arbeitnehmer und Verbraucher durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer», sagte Detlev von Larcher vom Attac- Koordinierungskreis. So setze die Koalition «ihre neoliberale Politik unverdrossen fort - allen schönen Worten der Bundeskanzlerin über das humane Gesicht der Globalisierung in ihrer G8-Rede zum Trotz».

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, forderte nach der Entlastung der Unternehmen nun auch Entlastungen der Arbeitnehmer. «Die Steuerquellen sprudeln nicht allein wegen der guten Konjunktur, sondern auch auf Grund massiver Steuererhöhungen. Jetzt muss der alte Zustand bei der Entfernungspauschale wieder hergestellt und der Solidarzuschlag gesenkt werden», sagte Däke der «Thüringer Allgemeinen» (Samstag).

Mit der Senkung der Steuerlast für Unternehmen von rund 39 auf knapp unter 30 Prozent soll Deutschland attraktiver für in- und ausländische Investoren werden. Außerdem soll die Reform verhindern, dass Gewinne in zweistelliger Milliardenhöhe zu Lasten des deutschen Fiskus ins steuergünstigere Ausland abfließen. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Wirtschaftssysteme rund um den Globus: 
Die Varianten des Kapitalismus
Erwartungen an den Weltfinanzgipfel: 
Große Runde, kleiner gemeinsamer Nenner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.