«Bei Siemens muss aufgeräumt werden»
Auf die Frage, ob von Pierer noch als Regierungsberater geeignet sei, stellte Wend klar, der frühere Siemens-Vorstand berate nicht die Bundesregierung, sondern Angela Merkel in Wirtschaftsfragen: «Das muss die Bundeskanzlerin mit ihm selbst ausmachen», betonte er. Von Pierer ist Mitglied im so genannten Innovationsrat, der die Kanzlerin in High-Tech-Fragen berät. Trotz der Siemens-Affäre hatte Merkel bislang keinen Anlass gesehen, sich von ihm zu trennen.
Auch SPD-Wirtschaftsexperte Wend meint, dass es «an der Zeit ist, dass bei Siemens aufgeräumt wird». Der Nachfolger von Pierers an der Spitze des Kontrollgremiums, Gerhard Cromme, «wird daran gemessen, ob ihm das in den nächsten Monaten gelingt», sagte er. Eine Regierungskommission unter Führung des früheren Chefs von ThyssenKrupp
Für Neugebauer steht allerdings fest, dass der Rückzug mit den Vorwürfen um Schwarze Kassen und Bestechung von Betriebsräten zu tun hat: «Das nicht zu wissen, glaubt vielleicht jemand, der sich bei Siemens nicht auskennt ich glaube es nicht», sagte er. Er hoffe, dass der Konzern nunmehr in ruhigeres Fahrwasser komme, sagte der bayerische Gewerkschaftschef.
Für SPD-Politiker Wend sind die Vorgänge um Schwarze Kassen bei Siemens und der Verdacht, der Konzern habe die Arbeitnehmerorganisation AUB bestochen, Anlass, um über Corporate Governance zu reden. Die Diskussion dürfte sich aber nicht darauf beschränken: Es müsse aber «auch über Korruption in Verwaltung und Politik» geredet werden, sagte er.
Für das Web ediert von Kai Makus

