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Klima-Pass für Pkw massiv kritisiert

10. Apr 2007 11:27
Um Autos dreht sich die aktuelle Diskussion
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Der geplante Klima-Pass für Pkw trägt auch den deutschen Autoherstellern Rechnung. Kritiker monieren, dass ein größerer Kofferraum einen höheren CO2-Ausstoß rechtfertigen soll.

Mit massiver Kritik haben Umweltverbände auf den von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) geplanten so genannten Klima-Pass für Pkw reagiert. Der Pass sei eine «Verhöhnung jeglicher ernst gemeinter Klimapolitik», kritisierte die Deutsche Umwelthilfe am Dienstag in Berlin.

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Der Minister hatte am Oster-Wochenende in einem Interview dargelegt, wie sich die Große Koalition die Kennzeichnung von Pkw und deren CO2-Ausstoß vorstellt. Der Klima-Pass, der noch in diesem Jahr für alle Neuwagen eingeführt wird, soll demnach nicht nur darüber Auskunft geben, wie viel CO2 das Fahrzeug in die Luft pustet, sondern auch das Verhältnis zwischen Nutzlast und CO2-Ausstoß angeben.

Cayenne umweltfreundlicher als Ford Ka?

C02-Emissionen im Vergleich
HerstellerModell Nutzlast in kg/CO2*
LandroverFreelander Td4S4,0
JaguarX-Type 2,2 D3,3
ChryslerGrand Voyager 2,8 CRD2,5
AudiQ7 3.0 TDI2,5
VolkswagenGolf 2.0 FSI2,5
PorscheCayenne S2,3
SmartFortwo 1.02,1
FordKa 1.32,0
Quelle: Umwelthilfe
* Emissionen gemessen in g CO2/km
«Auf der oberen Skala ist der CO2-Ausstoß ablesbar. Grün heißt sehr wenig CO2, gelb bedeutet mittel und rot weist auf einen sehr hohen CO2-Wert hin», erläuterte der Minister. Auf der zweiten Skala soll der CO2-Nutzwert erkennbar sein, bei dem wir die maximale Zuladung mit in Betracht ziehen. Nach Ansicht von Tiefensee trägt dies zu «mehr Transparenz als Grundlage für vernünftige Kaufentscheidungen» bei.

Gerade die zweite Angabe stößt bei der Umwelthilfe jedoch auf massive Kritik: Luxus-Geländewagen wie der Landrover Freelander, Porsche Cayenne und BMW X5 schnitten im Bewertungsschema von Tiefensee besser ab als Kleinwagen wie der Ford Ka oder Smart, monieren die Umweltschützer. Sie haben errechnet, dass mit einem Landrover vier Kilogramm pro ausgestoßenem Gramm CO2 und gefahrenem Kilometer transportiert werden - mit einem Ford Ka dagegen nur zwei.

Sie werfen deshalb Tiefensee vor, Pkw mit extrem hohem Verbrauch «weiterhin unter besonderen Schutz» stellen zu wollen. Die umstrittensten Klimakiller erhielten so das Prädikat besonders umweltfreundlich. «Eine deutsche Klimapolitik findet nicht statt», kritisierte Geschäftsführer Jürgen Resch und wirft dem SPD-Politiker «systematische Volksverdummung» vor. Die Umwelthilfe sprach sich für eine Kennzeichnung der Energieeffizienz nach Fahrzeuggröße aus.

Positive Reaktion der Wirtschaft

Wolfgang Tiefensee
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Die Wirtschaft begrüßte hingegen Tiefensees Vorstoß: «Damit wird endlich eine seit langem erhobene Forderung des ADAC aufgegriffen», sagte ADAC-Präsident Peter Meyer. Die derzeit existierenden Zahlenangaben zum Kohlendioxid-Ausstoß seien für die Verbraucher nur wenig aussagekräftig.

«Die Verbraucher müssen auf einen Blick erkennen können, ob ein Auto hinsichtlich seiner CO2- Emissionen gut oder schlecht ist.» In Staaten wie Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden würden Autos bereits nach Effizienzklassen gekennzeichnet.

Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) reagierte verhalten positiv: Eine CO2-Kennzeichnung solle dem Kunden Informationen geben, die die unterschiedliche Nutzung von Fahrzeugen berücksichtigten, so der Verband. Dazu gehörten zum Beispiel auch Fahrzeugabmessungen oder das Gewicht.

Angesichts der laufenden Verfahren in Brüssel sei es jedoch wichtiger, auf eine EU-Regelung hinzuarbeiten als jetzt noch nationale Systeme für eine möglicherweise kurze Dauer zu entwickeln, fügte der Verband einschränkend hinzu. (nz)

 
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