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Lupe Chinesen sollen im Netz eindeutig erkennbar sein

China will genau wissen, wer online ist und was er gerade macht: Mit einem neuen Überwachungssystem sollen Nutzer virtueller Spiele eindeutig identifiziert werden.

Die Anonymität des Internets ist der Volksrepublik China zunehmend ein Dorn im Auge. Mit einem System zur Überprüfung von Ausweisnummern möglicher Nutzer strebt die chinesische Regierung eine stärkere Kontrolle des Internets an. Peking begründete das Vorhaben mit dem Schutz von Jugendlichen: Sie sollen vor einer Abhängigkeit von Internet-Spielen bewahrt werden, wie die britische «Financial Times» am Dienstag berichtete.

Zwar sei noch unklar, wie rigoros und umfassend die chinesische Polizei das am Montag angekündigte Überwachungssystem einsetzen werde. Der Vorstoß belege jedoch eindeutig, dass die chinesische Regierung die anonyme Nutzung des Internets massiv einschränken wolle.

Keine Anonymität mehr für Blogger
In der Volksrepublik sind Rollenspiele im Internet enorm beliebt: Millionen Chinesen loggen sich regelmäßig ein, um ihren Spieltrieb in der Rolle von Zwergen, Zauberern, Elfen und Hexen in bunten virtuellen Welten auszuleben. Erst kürzlich hatte die chinesische Führung angekündigt, das Internet von sozial und politisch verdächtigen Aktivitäten zu «reinigen».

Auch gegen Blogger will die Regierung vorgehen: So sucht Peking im Moment nach Wegen, um auch deren Identität überprüfen zu können. Damit sollen «unverantwortliche» Kommentare und der Missbrauch intellektuellen Eigentums verhindert werden.

Die aus 18 Ziffern bestehenden Ausweisnummern sind eindeutig zuzuordnen und geben vor allem Geburtsort, Alter und Geschlecht wieder. Allerdings könne mit einer weit verbreiteten Software gefälschte, aber plausible Nummern generiert werden. (nz)