netzeitung.deIWF hält Abschwung in USA für verkraftbar

 Herausgeber: netzeitung.de

Börse an der New Yorker Wall Stret (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Börse an der New Yorker Wall Stret
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Einen weltweiten Abschwung fürchten die Experten vom IWF derzeit nicht. Sollte die US-Konjunktur sich jedoch weiter abschwächen, könnte die Weltwirtschaft in einen Sog geraten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Sorgen zerstreut, die nachlassende Konjunktur in den USA könnte die Weltwirtschaft insgesamt nach unten ziehen. Das Sprichwort «Wenn die USA niesen, bekommt die Welt eine Erkältung» habe noch immer Gültigkeit, heißt es in einer in Washington vorgelegten Studie. Tatsächlich sei in der Vergangenheit zu beobachten gewesen, dass eine Rezession in der US-Konjunktur mit einer wirtschaftlichen Abkühlung in anderen Volkswirtshaften einhergehe.

Auf der anderen Seite betreffe der aktuelle Abschwung der US-Wirtschaft nicht sämtliche Wirtschaftszweige: die Immobilienwirtschaft und das Verarbeitende Gewerbe. Außerdem hätten sich die wirtschaftlichen Verbindungen und Abhängigkeiten von anderen Ländern zu den USA gelockert. Ein Rückgang des US-Wachstums um einen Prozentpunkt habe beispielsweise in Lateinamerika nur ein Minus von 0,2 Prozentpunkten zur Folge. Die Verringerung des Wachstums in anderen Ländern sei «generell bedeutend geringer als in den USA selbst».

Gefahren nicht zu leugnen
«Wenn die Verlangsamung des Wachstums in den USA weiterhin vor allem von der Abkühlung am Immobilienmarkt verursacht wird, sollten die Auswirkungen andernorts begrenzt sein», schätzt der IWF. Stützend wirke außerdem die anspringende Konjunktur in Europa.

Ganz leugnen will der IWF-Bericht die Gefahr einer weltweiten Rezession allerdings nicht. Die Baisse am Immobilienmarkt in den USA könnte durchaus tief greifender sein als bislang angenommen. Außerdem würden die USA noch immer das Herz des globalen Weltfinanzsystems bilden. Außerdem seien die USA die größte Volkswirtschaft der Welt – wie nachhaltig der Aufschwung in Europa ist, müsse sich noch zeigen. Schließlich würden die fünf wichtigsten Schwellenländer – gemessen an der Einkaufskraft – inzwischen einen Anteil von 25 Prozent am weltweiten Bruttosozialprodukt haben. Deren Rolle im Welthandel sei jedoch bescheiden.

Flexible Wechselkurse gefordert
Wirtschaftspolitikern rät der Währungsfonds zu einer «vorausschauenden Geldpolitik» und flexiblen Wechselkursen, um mögliche negative Folgen eines Abschwungs in den USA oder anderen großen Volkswirtschaften früh genug abzufangen. (nz)