Sarkozy will Frankreich französischer machen
30.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Was für ihn strategisch wichtig ist, führte er auf eine Veranstaltung im französischen Lille nicht aus. Der Verkauf des Stahlkonzerns Arcelor an den indischen Wettbewerber Mittal sei jedoch «Verschwendung» gewesen. Der Konzern - eine Fusion aus französischen, spanischen und luxemburgischen Werken - sei «zu billig» verkauft worden. «Wenn ich Präsident werde, machen wir eine richtige Industriepolitik», versprach der Kandidat. Schon vor gut drei Jahren hatte er als Finanzminister erfolgreich eine Übernahme des Maschinenbau-Konzerns Alstom durch Siemens
Sarkozy legte zudem sein Wahlprogramm vor: Die Aufwertung der Arbeit will der ehemalige Innenminister und UMP-Chef in den Mittelpunkt stellen. Zusätzliche Stunden sollen besser bezahlt und von Abgaben befreit werden, heißt es in dem 16-seitigen Text, der vom Wochenende an in acht Millionen Exemplaren verteilt wird.
Das Wort «Bruch», mit dem Sarkozy bislang die Distanz zum amtierenden Staatschef Jacques Chirac deutlich machen wollte, wurde aus dem Programm gestrichen. Stattdessen ist nun von «tief greifendem Wandel» die Rede. Ebenso kassiert wurde Sarkozys konkretes Versprechen, Steuern und Abgaben um vier Punkte zu senken. Nun heißt es lediglich, die Steuern würden nicht erhöht.
An seinem umstrittenen Vorschlag, ein Ministerium für Einwanderung und nationale Identität zu schaffen, hält Sarkozy dagegen fest. Die erste Wahlrunde findet am 22. April statt, die wahrscheinliche Stichwahl zwei Wochen danach. In Umfragen behauptet der UMP-Präsident, der am Montag vom Posten des Innenminister zurückgetreten war, einen knappen Vorsprung vor der Sozialistin Ségolène Royal und dem Zentrumskandidaten François Bayrou von der UDF. (nz/AP)

