Internet soll Angst vor Elektrosmog dämpfen
19.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Kurth betonte, von Antennenanlagen wie zum Beispiel Mobilfunkmasten gingen im Regelfall keine Gesundheitsgefahren aus. Die in der Bundesimmissionsschutzverordnung festgelegten Grenzwerte für elektromagnetische Felder (EMF) würden, wie mehr als 9000 Prüfungen durch Messfahrzeuge schon bisher ergeben hätten, meist nur zu zwei bis fünf Prozent ausgeschöpft. Mit den neuen automatischen Stationen wolle die Bundesnetzagentur nun aber auch Befürchtungen entgegentreten, die Sendeleistungen würden wieder angehoben, sobald der Messwagen außer Sicht sei. Daneben würden weiterhin jährlich etwa 2000 Untersuchungen durch Messfahrzeuge geleistet.
In Deutschland gibt es nach Angaben der Bundesnetzagentur etwa 65.000 Sendeanlagen für Rundfunk und Fernsehen, Taxifunk, Sicherheitsbehörden, vor allem aber für den Mobilfunk. Dazu kommen die Sender von etwa 45.000 aktiven Funkamateuren. Nur in einzelnen Fällen, zum Beispiel bei sehr starken Kurzwellensendern, habe die Behörde bisher abgezäunte Sicherheitszonen einrichten lassen müssen. Gerade bei Mobilfunkstationen sei die elektromagnetische Strahlung dagegen ohnehin sehr gering.
Sieben der neuen Messgeräte sind bereits im Einsatz: zwei in Bonn, je eine in Berlin, Hamburg, Karlsruhe, Mainz und Moers. Fünf weitere Stationen sind im Aufbau. Die Länder könnten aber auch selbst die neu entwickelten Messgeräte anschaffen, sagte Kurth. Das System der Bundesnetzagentur sei so ausgelegt, dass auch die Daten von weiteren Stationen in die Internetseite aufgenommen werden könnten.
Die Grenzwerte für Funkanlagen seien von Experten und internationalen Gremien so festgelegt, dass selbst in unmittelbarer Nähe zum Sendemast keine Gefahr bestehe, betonte Kurth. Die Strahlung nehme zudem im Quadrat der Entfernung zum Sender ab. Die Bundesnetzagentur sei für die Höhe der Grenzwerte nicht verantwortlich. Ihre Aufgabe sei es, die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen. (Joachim Sondermann, AP)

