netzeitung.deTempelhof-Streit noch nicht beendet

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Berlins CDU-Fraktionschef Pflüger ist für den Erhalt Tempelhofs (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Berlins CDU-Fraktionschef Pflüger ist für den Erhalt Tempelhofs
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Unterstützer des Berliner Flughafens Tempelhof wollen die gerichtlich bestätigte Schließung nicht hinnehmen. Sie forderten vom Senat, Angebote zur Weiternutzung zu prüfen.

Der Streit um den Flughafen Tempelhof geht weiter. Nachdem die Schließung zum 31. Oktober 2008 am Montag gerichtlich bestätigt wurde, appellierten Vertreter aus Politik und Wirtschaft an den Berliner Senat, unabhängig von der rechtlichen Auseinandersetzung Chancen für einen Weiterbetrieb zu prüfen.

Umweltschützer zeigten sich dagegen einverstanden mit dem Richterspruch, der Ruhe und mehr Sicherheit für tausende Anwohner bringe. Sie warben für eine Weiternutzung des Areals als Grünanlage.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte Klagen von 13 Fluggesellschaften abgewiesen, die damit einen Weiterbetrieb des Stadtflughafens erzwingen wollten.

Pflüger will kein «Wiesenmeer»
Der Berliner CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger sagte, es bleibe eine politische Entscheidung, ob Tempelhof schließe. Das Angebot der Bahn und des deutsch-amerikanischen Investors Fred Langhammer für eine Weiternutzung als Gesundheitszentrum mit «Sonderflughafen» für Privatjets müsse ernsthaft geprüft werden, so Pflüger. «Ein Wiesenmeer oder eine Kaltluftschneise sind keine brauchbaren Visionen.»

Auch die Berliner FDP und die Industrie- und Handelskammer (IHK) forderten Gespräche mit potenziellen Investoren. Das Urteil dürfe nicht das letzte Wort zu Tempelhof sein, warnte die IHK. Die Handwerkskammer forderte, der Senat müsse alle Optionen auf einen Weiterbetrieb prüfen.

Umweltschützer haben Sicherheitsbedenken
Umweltschützer begrüßten dagegen das Urteil. «Der Gestank von Kerosin und die permanente Angst vor einem Flugzeugabsturz über dicht bebauten Wohngebieten schränken die Lebensqualität in einem nicht hinnehmbaren Umfang ein», erklärte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Der Naturschutzbund warb dafür, die Planungen für ein «Wiesenmeer» voranzutreiben und eine Nutzung für Erholung und Freizeit in Angriff zu nehmen. Grüne und Linkspartei hoben hervor, dass nun das Konzept zur Schließung der innerstädtischen Flughäfen im Gegenzug zum Ausbau von Berlin-Schönefeld weiterverfolgt werden könne. (nz)