Verbraucherpreise sinken leicht
«Ein Effekt der Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 ist in den Ergebnissen nur sehr bedingt erkennbar», erklärte das Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden. Sondereffekte unter anderem bei Energie und Kraftstoffen würden die Auswirkungen überdecken. «Auch die aktuellen Sonderverkaufsaktionen verhindern eine Schätzung des Mehrwertsteuereffekts. Möglicherweise werden die nächsten Monate hier mehr Klarheit bringen», hieß es.
Theoretisch hätte sich bei einer vollen Abwälzung der Steuer auf die privaten Verbraucher eine Erhöhung der Teuerungsrate um 1,4 Punkte ergeben, tatsächlich lag der Wert aber nur bei 0,2 Punkten. Darin spiegele sich die Preissteigerung bei Elektrizität um bis zu 11,5 Prozent, zugleich aber auch der Preisrückgang bei leichtem Heizöl um bis zu 12,1 Prozent und bei Kraftstoffen um bis zu 4,1 Prozent wider.
Im direkten Vergleich von Januar zu Dezember vergangenen Jahres wirkte sich nach Angaben des Bundesamtes vor allem auch der saisonbedingte Preisrückgang bei Pauschalreisen um 23,8 Prozent aus. Ferienwohnungen waren sogar 35,3 Prozent billiger zu haben als noch im Dezember.
Für die Erhebung wurden zunächst Daten aus sechs Bundesländern ausgewertet. Die endgültigen Ergebnisse für den Januar will das Bundesamt am 16. Februar vorlegen.
Auch mehrere Statistische Landesämter erklärten, die Auswirkung der bei vielen Produkten um drei Punkte auf 19 Prozent gestiegenen Mehrwertsteuer lasse sich noch nicht abschließend beurteilen. In Nordrhein-Westfalen wirkten unter anderem Bekleidung und Schuhe im Monatsvergleich als preisdämpfend, während Tomaten, Paprika und Salatgurken binnen Monatsfrist 25 Prozent teurer wurden, im Jahresvergleich immerhin noch um 16 Prozent. Auch in Bayern mussten die Verbraucher für saisonabhängige Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse und Kartoffeln deutlich mehr zahlen. (nz)

