Merkel unterstützt Autokonzerne im CO2-Streit
«Wir werden verhindern, dass es eine generelle Reduktion gibt», kündigte die Kanzlerin an. Damit stellte sie sich auf die Seite der deutschen Autohersteller, die am Wochenende in einem Brief an die EU-Kommission vor Massenentlassungen gewarnt hatten, sollte ein scharfer CO2-Grenzwert gesetzlich vorgeschrieben werden.
Der Präsident des Verbands der Autoindustrie, Bernd Gottschalk, zuvor gesagt, die deutschen Hersteller sperrten sich nicht grundsätzlich gegen eine «Anschlussregelung» der EU zum Klimaschutz. Allerdings müsse sie berücksichtigen, dass deutsche Konzerne mehr große Wagen bauen als die meisten Konkurrenten, sagte er der «Frankfurter Rundschau». «Ein Einheitsobergrenzwert für jeden Hersteller, egal, ob er Kleinwagen oder Familien-Vans produziert, wäre der größte Unsinn.»
Dass die Autokonzerne die Selbstverpflichtung wahrscheinlich nicht einhalten können, nannte Bundeskanzlerin Merkel eine bedauerliche Tatsache. «So weit, so nicht gut.» Aus dieser Erkenntnis dürfe jedoch nicht folgen, dass nun alle neuen Autos in der EU gleich behandelt würden.
Mit ihren Äußerungen widersprach Merkel Aussagen von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Er hatte am Montag gefordert, die Autoindustrie nicht «aus der Verantwortung» zu entlassen. Umweltverbände und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) äußerten sich am Dienstag ähnlich. (nz)

