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VDA schiebt Politik Schuld für CO2-Ausstoß zu

30. Jan 2007 09:48
Auspuffabgase
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Deutsche Autohersteller haben nichts gegen neue Klimaschutzziele. Die EU solle aber berücksichtigen, dass die Deutschen die meisten großen Limousinen bauen.

Die deutschen Autohersteller sperren sich nach den Worten des VDA-Präsidenten Bernd Gottschalk nicht gegen eine «Anschlussregelung» der EU zum Klimaschutz. Allerdings dürfe eine solche Regelung deutsche Unternehmen nicht benachteiligen, die mehr größere Modelle als andere Hersteller im Programm hätten, sagte Gottschalk der «Frankfurter Rundschau».

Deutsche Hersteller produzierten nicht zu wenige spritsparende Autos, wehrte sich der Präsident des Verbands der Autoindustrie (VDA) gegen entsprechende Vorwürfe. «Heute holt ein moderner Pkw aus deutscher Produktion aus einem Liter Kraftstoff 60 Prozent mehr Leistung heraus als 1990», sagte Gottschalk.

«Schwerste Verwerfungen» befürchtet

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Für die Tatsache, dass die europäische Industrie ihre freiwillige Selbstverpflichtung aus dem Jahr 1999, den Verbrauch der Neuwagenflotte auf 5,6 Liter in 2008 zu senken, nicht einhalten könne, seien nicht die Konzerne verantwortlich. Gottschalk verwies auf zwischenzeitlich erlassene Gesetze zur Crash-Sicherheit oder zum Einbau bestimmter Filter. Dadurch würden die Autos schwerer als gedacht, was «für die CO2-Reduzierung kontraproduktiv» gewesen sei.

Am Montag hatten sowohl die EU-Kommission als auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) deutlich gemacht, dass sie sich dem Druck der Autoindustrie gegen schärfere Klimaschutz-Auflagen nicht beugen wollen. Sie reagierten auf einen entsprechenden Brief der deutschen Autohersteller an die EU-Kommission vom Wochenende. Darin warnten die Unternehmen vor drastischen Job-Verlusten und «schwersten Verwerfungen in der Automobil- und Zulieferindustrie», sollte ein scharfer CO2-Grenzwert gesetzlich vorgeschrieben werden.

Uneinigkeit in Kommission

«Die Automobilindustrie darf in dieser Frage nicht aus der Verantwortung entlassen werden», schrieb Gabriel am Montag in einem Internet- Beitrag des Europäischen Automobiclubs ACE. Ein Sprecher der Kommission wies Befürchtungen der Autobauer über Arbeitsplatzverluste zurück. «Arbeitsplätze werden nicht vernichtet, wenn Veränderungen angenommen werden, sondern dann, wenn ihnen widerstanden wird», sagte er. «Globalisierung und Klimawandel verschwinden nicht, weil wir wegschauen.»

Die EU-Kommission stehe hinter dem Ziel, den durchschnittlichen CO2-Ausstoß bis 2012 auf 120 Gramm pro Kilometer zu senken, sagte der Sprecher. Dafür sei eine gesetzliche Regelung nötig. Umweltminister Gabriel verlangt wie EU- Umweltkommissar Stavros Dimas eine gesetzliche Eindämmung der CO2- Autoabgase, während Industriekommissar Günter Verheugen und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) dies ablehnen.

Biosprit anrechnen

VDA-Präsident Gottschalk plädierte dafür, den getankten Biosprit auf die Klimaschutz-Ziele anzurechnen – er entlaste die CO2-Bilanz. Dimas forderte er auf, das zuzulassen. Im Jahr 2006 betrug der Anteil von Biosprit in Deutschland rund 3,4 Prozent, zumeist Biodiesel aus Raps.

Dimas will von 2012 an für neu zugelassene Autos in der EU eine Obergrenze für die jeweilige Flotte von 120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer gesetzlich vorschreiben. Die Selbstverpflichtung der Autokonzerne von 140 Gramm je Kilometer für 2008 droht nach allgemeiner Einschätzung der Politik zu scheitern. Noch liege der Wert bei 160 Gramm. (nz)

 
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