Merkel mahnt IT-Branche zu Zusammenarbeit
Das Geld müsse «strategisch vernünftig» ausgegeben werden. Mit einem Anteil von 6,2 Prozent am Bruttoinlandsprodukt bewegt sich die IT-Branche nach Merkels Angaben auf dem Niveau der Auto- und Chemieindustrie, die die «klassischen Stärken» der deutschen Wirtschaft seien. Die Branchen müssten miteinander vernetzt werden. «Ohne die IT-Branche werden die klassischen Stärken der Bundesrepublik Deutschland keine Stärken bleiben, sondern sie werden zurückfallen.»
In ihrer Abschlusserklärung sprachen sich die Teilnehmer der High-Tech-Konferenz für mehr Mut zu visionären Projekten aus. Deutschland müsse eine Aufholjagd starten und sich auf seine Stärken konzentrieren. Gleichzeitig monierten Wirtschaftsvertreter den Fachkräftemangel in der IT-Branche. Deutschland müsse den Arbeitsmarkt für gut ausgebildete Ausländer öffnen. Zudem sei eine bessere Schulbildung nötig. Der Branche fehlen nach eigenen Angaben bis zu 12.000 Experten.
Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) betonte, ein High-Tech- Standort Deutschland sei Schlüssel zu Wachstum und Arbeitsplätzen. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) forderte, dass «die Segnungen der IT für eine erfolgreichere Verwaltung» genutzt werden sollen. Bis 2012 sollten Wirtschaft und Verwaltung nur noch elektronisch miteinander kommunizieren. Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte kündigte eine neuartige Suchmaschine für das Internet mit Namen «Theseus» an. Deutschland werde diese allein entwickeln.
Informations-, Kommunikations- und Telekommunikationstechnologien sind mit einem Umsatz von rund 146 Milliarden Euro und 750.000 Beschäftigten eine der größten Branchen bundesweit. Unternehmen klagen seit langem über den Fachkräftemangel. Sie fordern neben einem gelockerten Kündigungsschutz auch ein neues Zuwanderungsrecht. Zudem verlangt die Wirtschaft praxisnähere Studiengänge sowie eine bessere Schulbildung. (nz)

