Mannesmann-Prozess mit «Kuhhandel» beendet
29.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Linkspartei nannte das Verfahrensende «empörend»: «Wenn sich Staatsanwälte und Richter aus ihrer Verantwortung stehlen, indem sie einen für den Rechtsstaat unwürdigen Handel mit der Gerechtigkeit schließen, dann muss der Gesetzgeber tätig werden», forderte der rechtspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Wolfgang Neskovic.
Seine Fraktion werde prüfen, «unter welchen Voraussetzungen solche Deals zukünftig unterbunden werden können» und ob die Vorschriften der Strafprozessordnung zu ändern sind, kündigte Neskovic an. Mit dem «Kuhhandel» zwischen der Düsseldorfer Justiz und den Angeklagten im Mannesmann-Verfahren werde die «Glaubwürdigkeit des Rechtsstaates in Frage gestellt, der insbesondere die Gleichheit aller vor dem Gesetz fordert».
Am Mittwoch wurde das Strafverfahren wegen möglicher Untreue bei der Übernahme des Mannesmann-Konzerns im Jahr 2000 durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone gegen Zahlung einer Geldstrafe von 5,8 Millionen durch die Angeklagten eingestellt. Unter den Angeklagten befanden sich auch der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser und der damalige Mannesmann-Aufsichtsrat und aktuelle Chef der Deutschen Bank
Würden Sonderprämien für Vorstände künftig im Voraus ausgehandelt, würden die Vorstände im Falle feindliche Übernahmeversuche berechenbarer, meinte Burghof. Aufgabe des Managements sei es indes, den Börsenwert des Unternehmens konsequent in die Höhe zu treiben, die Übernahme so zu verteuern und den Gegner abzuwehren, sagte Burghof. Durch kalkulierbare finanzielle Anreize für Vorstände würden Akquisitionen in Deutschland künftig billiger zu haben sein, schlussfolgerte der Finanzwissenschaftler. (nz)

