22.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
In einer Schuldnerberatungsstelle
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Privatverschuldung in Deutschland steigt 2005 weniger stark als in den Vorjahren. Besonders ausgeprägt ist der Drang der Bürger zum Kredit in Berlin.
Die Zahl der mit Konsumentenkrediten überschuldeten Haushalte ist im vergangenen Jahr gesunken. Wie die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) am Mittwoch in Berlin mitteilte, waren 2005 zwischen einer und 1,9 Millionen Haushalte relativ überschuldet. Diesen Haushalten bleiben trotz einer Einschränkung des Lebensstils nach Abzug der Lebenshaltungskosten nicht genügend Mittel zur fristgerechten Schuldentilgung übrig.
Ein Jahr zuvor lag die Zahl den Angaben zufolge noch zwischen 1,3 und 2,9 Millionen. Werde die Zahl der Hypothekenkredite einbezogen, ergebe sich über beide Jahre ein gleichbleibendes Niveau von rund drei Millionen Haushalten. Allerdings stehe den Hypotheken der Wert des Wohneigentums gegenüber, hieß es weiter.
Erstmals Daten aus BundesländernInsgesamt gesehen sei der so genannte Privatverschuldungsindex zwar gestiegen. «Es fällt jedoch auf, dass die Zunahme von Jahr zu Jahr schwächer wird», erläuterte Rainer Neumann, Vorstandsvorsitzender der Schufa. Für das Bundesgebiet lag der Index 2005 um 4,1 Prozent höher als im Vorjahr. Der Anstieg habe sich aber im Vergleich zu 2003/2004 verlangsamt. Damals habe er 6,6 Prozent betragen.
Erstmals errechnete die Schufa einen Privatschuldenindex für das gesamte Bundesgebiet, die einzelnen Bundesländer und auch die Kreise und kreisfreien Städte. Demnach liegt Bayern mit den niedrigsten Anzeichen privater Verschuldung unter allen Bundesländern auf dem ersten Platz. Die Plätze zwei und drei nehmen Baden-Württemberg und Sachsen ein. In Berlin seien die Probleme der Bürger rund um den Kredit am stärksten ausgeprägt.
63 Millionen befragtAuch bei den Kreisen und Städten nimmt die private Ver- und Überschuldung den Angaben zufolge weniger stark zu als in den Vorjahren. In 14 Kreisen gebe es sogar einen Trend ins Positive. Den günstigsten Wert erhielt Starnberg vor den beiden anderen bayerischen Landkreisen Ebersberg und München. Die ungünstigsten Werte wiesen die Städte Mönchengladbach, Wilhelmshaven und Pirmasens auf.
Die jährlich vorgestellte Studie basiert nach Auskunft der Schufa auf der Analyse von 384 Millionen anonymisierten Daten von rund 63 Millionen volljährigen Personen. Hinzu kämen externe Analysen von weiteren Befragungen. (nz)