Bayern ignoriert Hinweis auf Gammelfleisch
10.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Das Blatt zitierte einen Ministeriumssprecher, der den Vorfall bestätigte und dabei von einem «Lapsus» sprach. Die FDP forderte von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) erneut die Entlassung Schnappaufs. Er bestätige seinen Ruf als «der unumstrittene Problembär» der CSU, sagte Hans-Michael Goldmann, verbraucherpolitischer Sprecher der FDP im Bundestag, der Netzeitung. Er sei seinen Aufgaben als Verbraucherminister in keiner Weise gewachsen.
Erst als der Informant dann am Dienstag die gleichen Informationen per E-Mail an das Kreisverwaltungsreferat der Stadt München schickte, wurden die Behörden aktiv. «Wir haben sofort die staatliche Veterinäraufsicht eingeschaltet und für den nächsten Tag eine Kontrolle angesetzt», bestätigte der Sprecher des Kreisverwaltungsreferats, Christopher Habl. Dabei stießen die Kontrolleure tatsächlich auf rund fünf Tonnen tiefgefrorenes Fleisch in einem unbekannten Lagerraum, dessen Existenz der Firmenchef zunächst abgestritten hatte.
FDP-Politiker Goldmann forderte, dass schnellstens geklärt werden muss, «ob es sich tatsächlich um Gammelfleisch handelt und eine Umetikettierung tatsächlich erfolgt ist». Auch sei zu prüfen, ob die bayerischen Behörden im Bereich Verbraucherschutz erneut versagt haben, betonte Goldmann. Deshalb sei es zwingend erforderlich, dass Schnappauf unverzüglich überzeugend darlegt, dass das bayerische Verbraucherministerium «nicht ein Schreiben ignorierte, wegen fehlender Absenderangaben», sagte Goldmann weiter. (nz)

