netzeitung.deLandowsky weist Vorwürfe zurück

 Herausgeber: netzeitung.de

Klaus Landowsky (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Klaus Landowsky
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei den von der Berlin Hyp an das zusammengebrochene Immobilienunternehmen Aubis ausgereichten Krediten ist nach Ansicht des Angeklagten Landowsky alles mit rechten Dingen zugegangen. Sein Anwalt bezeichnete die Vorwürfe als absurd.

Der Berliner CDU-Politiker und frühere Vorstand der Berlin Hyp, Klaus Landowsky, hat vor Gericht den Vorwurf schwerer Untreue zurückgewiesen. Die Pleite des von der Berlin Hyp mit Krediten versorgten Immobilienunternehmens Aubis sei für ihn damals nicht absehbar gewesen, sagte Landowsky am Mittwoch, als er sich 15 Monate nach Beginn des Berliner Bankenprozesses erstmals persönlich vor dem Landgericht äußerte. «Zum Zeitpunkt der Kreditvergabe waren wir überzeugt, dass Aubis die Sache stemmt.»

«Nach damaligen Unterlagen stehe ich zu meiner Zukunftsprognose. Ein Gutachten ließ erwarten, dass die Erträge die Kosten decken, dass gute Gewinne entstehen, an denen die Bank beteiligt wird», gab sich der Politiker überzeugt. Den zusammengebrochenen Konzern als unerfahrenen Sanierer abzutun, sei nicht sachgerecht. Im Gegenteil: Das Aubis-Konzept sei schlüssig und tragfähig gewesen. «Wir hatten den Eindruck, die waren professionell.» Aubis war einst mit der Sanierung von Plattenbauten in Ostdeutschland befasst.

Vorwürfe angeblich «absurd»
In dem Prozess, bei dem neben Landowsky gegen weitere frühere Manager des Immobilienfinanzierers verhandelt wird, wirft die Staatsanwaltschaft den Angeklagten vor, bei der Kreditvergabe Mitte der 90er Jahre pflichtwidrig Risiken nicht beachtet zu haben. An Aubis wurden Kredite in Höhe von 235 Millionen Euro ausgereicht.

Landowsky war seinerzeit auch Fraktionsvorsitzender im Berliner Abgeordnetenhaus und soll Parteispenden von Aubis in Höhe von 40.000 DM in bar bekommen haben. Nachdem Aubis zusammengebrochen war, musste die Berlin Hyp den gewährten Kredit teilweise abschreiben.

Landowsky kam als letzter der Angeklagten zu Wort. Sein Verteidiger Wolfgang Müllenbrock geht davon aus, dass die Plädoyers noch in diesem Monat vorgetragen werden. Die Vorwürfe entbehren ihm zufolge «jeglicher Grundlage und sind völlig absurd». Die übrigen Angeklagten wiesen die Vorwürfe – soweit sie sich geäußert haben – ebenfalls zurück. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Weiterer Prozess gegen Landowsky
In einem weiteren Prozess um riskante Immobilienfonds der Berlin-Hyp-Mutter Bankgesellschaft Berlin, der heutigen Landesbank Berlin Holding, muss sich Landowsky neben weiteren elf Angeklagten ebenfalls wegen schwerer Untreue verantworten. Durch 30 Jahre geltende und nicht realisierbare Mietgarantien ist der Bankgesellschaft seinerzeit mit Immobilienfonds ein Schaden in Millionenhöhe entstanden.

Um die Bankgesellschaft vor dem Zusammenbruch zu schützen, musste das Land mit einer Kapitalspritze und milliardenschweren Risikoabschirmungen einschreiten. Über den Bankenskandal war 2001 die Große Koalition in der Hauptstadt geplatzt. Die CDU sitzt seither auf der Oppositionsbank. (nz)