29. Okt 2006 21:29
SPD-Fraktionschef Struck hat den Telekom-Vorstand gewarnt, der Bund werde seinen Aktienanteil nutzen, um einen Stellenabbau zu verhindern. Stellenstreichungen trotz bester Bilanzen seien unpatriotisch, sagte Struck.
Es ärgere ihn, wenn Großkonzerne beste Bilanzen vorlegen und gleichzeitig massenhaft Stellen streichen, sagte der frühere Verteidigungsminister. «Da fehlt mir der Patriotismus.» Die Gewerkschaft ver.di hatte in den vergangenen Tagen Befürchtungen über einen weiteren Stellenabbau nach 2008 geäußert. Auslöser war die Ausgliederung von 45.000 Mitarbeitern in eine neue Service-Einheit. Der Gewerkschaft zufolge könnte dies der erste Schritt zu einer Trennung von diesen Beschäftigten sein. Die Telekom bestreitet dies. Der Konzern hat seit der Privatisierung vor zehn Jahren über 100.000 Arbeitsplätze gestrichen. Bis zum Jahr 2008 sollen weitere 32.000 Mitarbeiter die Deutsche Telekom verlassen.
Das Problem des Konzerns ist vor allem die große deutsche Festnetzsparte, in der das Geschäft schrumpft. Konzernchef Kai-Uwe Ricke versucht, mit einem Fokus auf das Online-Geschäft gegenzusteuern, zum Beispiel mit dem Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL, mit dem Telefon, Internet und Fernsehen über eine Leitung. (nz)