netzeitung.deUnternehmer Flick - ein mächtiger Milliardär

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Friedrich Karl Flick (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Friedrich Karl Flick
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Der Milliardär und frühere Industrielle Friedrich Karl Flick ist tot. In seine Zeit als Unternehmer fiel einer der größten Parteispenden-Skandale in der Geschichte der Bundesrepublik.

Von Peter Lessmann

Friedrich Karl Flick galt als eine der schillerndsten Figuren in der Wirtschaftsgeschichte der Nachkriegszeit. Der ehemalige Unternehmer, Investor und Milliardär Friedrich Karl Flick sorgte auch nach dem Verkauf seines Industrie-Imperiums Mitte der 80er Jahre für Schlagzeilen - vor allem in der Regenbogenpresse: So heiratete er nach zwei geschiedenen Ehen 1990 die 30 Jahre jüngere Ingrid Ragger. Vier Jahre später verlegte er seinen Wohnsitz aus steuerlichen Gründen nach Österreich.

Der Abschied des prominenten Steuerzahlers schmerzte die deutschen Finanzbehörden ganz besonders. Er bedeutete Einnahmeausfälle von jährlich 100 Millionen Mark (rund 51 Millionen Euro).

Vater lieferte Waffen für NS-Regime
Der öffentlichkeitsscheue Flick, der 1927 in Berlin geboren wurde, trat 1957 als promovierter Kaufmann in den Konzern seines Vaters ein. Dieser war nach dem Krieg von einem amerikanischen Militärgericht zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden, von denen er drei Jahre verbüßte. Flicks Vater war einer der größten Waffenlieferanten für das NS-Regime.

Um Stahlfirmen, den Papierhersteller Feldmühle, Dynamit Nobel und ein Paket von Daimler-Benz-Aktien hatte Flick eine mächtige Industriegruppe aufgebaut. Nach dem Tod seines Vaters und nach internen Familienstreitigkeiten wurde er 1975 alleiniger Chef des Düsseldorfer Konzerns.

Die Flick-Affäre
Drei Jahre zuvor war Eberhard von Brauchitsch, der 1970 als persönlich haftender Gesellschafter bei Flick ausgeschieden war, in das Unternehmen zurückgekehrt. An der Seite Flicks kümmerte sich von Brauchitsch um die «Pflege der Bonner Landschaft», wie er es nannte: Das führte den Konzern in die Parteispendenaffäre von 1981.

Die so genannte Flick-Affäre ist der größte Wirtschaftsskandal der deutschen Nachkriegszeit. Umgerechnet mehr als 12,8 Millionen Euro hatten die Manager zwischen 1969 und 1980 an die Parteien gespendet. Der Name Flick wurde damit zum Synonym für die Einmischung der Wirtschaft in die Politik, für die «gekaufte Republik».

Im Rahmen der Aufklärung der Affäre mussten sich auch die ehemaligen Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff und Hans Friderichs (beide FDP) vor Gericht verantworten. 1987 wurden sie wegen Steuerhinterziehung zu Geldstrafen verurteilt. Von Brauchitsch erhielt eine zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Mehr als zwei Milliarden Euro Vermögen
Mit 43.000 Beschäftigten erzielte die Flick-Gruppe 1984 weltweit einen Umsatz von rund 11,3 Milliarden Euro. Ein Jahr später verkaufte Flick die Firmengruppe für rund 2,76 Milliarden Euro an die Deutsche Bank.

Flick zog sich ganz ins Privatleben zurück. Seine unternehmerische Tätigkeit beschränkte sich auf die Verwaltung seines Vermögens, das auf zwei bis zweieinhalb Milliarden Euro geschätzt wird. Villen und luxuriöse Anwesen besaß Flick unter anderem in Kärnten, Düsseldorf und München. Zudem zählte ein ausgedehntes Jagdrevier im Burgenland zu seinem Eigentum.

Frau und zwei kleine Kinder
In Wien verkehrte der ehemalige Unternehmer, dem ein barocker Lebensstil nachgesagt wurde, in der Hauptstadt-Schickeria. 1991 geriet Flick noch einmal in die Schlagzeilen: Sein Schwager wurde Opfer einer erpresserischen Entführung, konnte jeoch schon nach wenigen Tagen befreit werden. Das Lösegeld von rund fünf Millionen Euro konnte sichergestellt werden.

Flick hinterlässt seine Frau Ingrid und die 1999 geborenen Zwillinge Victoria-Katharina und Karl Friedrich. (dpa)