Unternehmer Flick - ein mächtiger Milliardär
Friedrich Karl Flick galt als eine der schillerndsten Figuren in der Wirtschaftsgeschichte der Nachkriegszeit. Der ehemalige Unternehmer, Investor und Milliardär Friedrich Karl Flick sorgte auch nach dem Verkauf seines Industrie-Imperiums Mitte der 80er Jahre für Schlagzeilen - vor allem in der Regenbogenpresse: So heiratete er nach zwei geschiedenen Ehen 1990 die 30 Jahre jüngere Ingrid Ragger. Vier Jahre später verlegte er seinen Wohnsitz aus steuerlichen Gründen nach Österreich.
Der Abschied des prominenten Steuerzahlers schmerzte die deutschen Finanzbehörden ganz besonders. Er bedeutete Einnahmeausfälle von jährlich 100 Millionen Mark (rund 51 Millionen Euro).
Um Stahlfirmen, den Papierhersteller Feldmühle, Dynamit Nobel und ein Paket von Daimler-Benz-Aktien hatte Flick eine mächtige Industriegruppe aufgebaut. Nach dem Tod seines Vaters und nach internen Familienstreitigkeiten wurde er 1975 alleiniger Chef des Düsseldorfer Konzerns.
Die so genannte Flick-Affäre ist der größte Wirtschaftsskandal der deutschen Nachkriegszeit. Umgerechnet mehr als 12,8 Millionen Euro hatten die Manager zwischen 1969 und 1980 an die Parteien gespendet. Der Name Flick wurde damit zum Synonym für die Einmischung der Wirtschaft in die Politik, für die «gekaufte Republik».
Im Rahmen der Aufklärung der Affäre mussten sich auch die ehemaligen Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff und Hans Friderichs (beide FDP) vor Gericht verantworten. 1987 wurden sie wegen Steuerhinterziehung zu Geldstrafen verurteilt. Von Brauchitsch erhielt eine zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung.
Flick zog sich ganz ins Privatleben zurück. Seine unternehmerische Tätigkeit beschränkte sich auf die Verwaltung seines Vermögens, das auf zwei bis zweieinhalb Milliarden Euro geschätzt wird. Villen und luxuriöse Anwesen besaß Flick unter anderem in Kärnten, Düsseldorf und München. Zudem zählte ein ausgedehntes Jagdrevier im Burgenland zu seinem Eigentum.
Flick hinterlässt seine Frau Ingrid und die 1999 geborenen Zwillinge Victoria-Katharina und Karl Friedrich. (dpa)

