Bayern verteidigt Vorgehen bei Ekelfleisch
Der Großhändler habe jedoch bei einem Kontrollbesuch am 8. Dezember ein Schriftstück eines italienischen Lieferanten vorgelegt, dass die Ware bereits in Italien von dem Zulieferer auf Grund eines Fehlers falsch ausgezeichnet worden sei, verteidigte sich die Behörde.
Keine Angaben machte die Behörde zu Vorwürfen, sie habe im Februar nicht auf eine neuerliche Mitteilung der Stadt Mannheim reagiert. Die Stadt hatte damals angegeben, dass es sich bei sichergestelltem Fleisch nicht nur um falsch etikettiertes, sondern zudem um gesundheitsgefährdendes Gammelfleisch gehandelt habe. «Die Regierung prüft zurzeit gründlich, ob Versäumnisse vorliegen», hieß es von der bayerischen Behörde lediglich.
Der Betrieb hat tonnenweise Dönerspieße zum Teil kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums aufgekauft, teilweise jahrelang gelagert, aufgetaut, wieder eingefroren und bundesweit an fast 2500 Kunden weiterverkauft. Wie erst nach dem Freitod des 74-Jährigen bekannt wurde, stand zudem dessen Münchner Firma kurz vor der Pleite.
Unterdessen kamen nicht nur erneut von der bayerischen Landtagsopposition, sondern erstmals auch aus der CSU Forderungen nach einem Rücktritt des Ministers. Der CSU-Landtagsabgeordnete Sebastian von Rotenhan sagte der «Süddeutschen Zeitung», für ihn sei es eine Frage der politischen Kultur, dass Schnappauf die Verantwortung übernehme.
«Der dritte Gammelfleischskandal in einem Jahr, da wird es Zeit, zum Ministerpräsidenten zu gehen und seinen Rücktritt anzubieten.» In Bayern seien schon Minister wegen «kleinerer Vergehen» aus dem Kabinett geflogen, zitierte die Zeitung den CSU-Politiker. (nz)

