Gammelfleisch: Bayern wusste offenbar seit Monaten Bescheid : 

netzeitung.deBayern weiß schon lange von Gammelfleisch

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Metzgerei- Beschäftigte (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Metzgerei- Beschäftigte
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Schon seit Monaten wissen die bayerischen Behörden, dass ein Münchener Großhändler vergammeltes Fleisch vertreibt. Die Stadt Mannheim habe die bayerische Landeshauptstadt bereits im Dezember informiert.

Die jüngsten Nachrichten aus Mannheim im Skandal um altes Fleisch dürfte den bayerischen Umweltschutzminister Werner Schnappauf (CSU) in Erklärungsnot bringen. Nach Angaben der Stadt Mannheim wissen die Behörden in Bayern spätestens seit Februar über gesundheitsgefährdende Ware und manipulierte Etiketten des Dönerfleisch-Großhändlers Bescheid. Das teilte die Stadt Mannheim am Dienstag mit.

Bereits am 2. Dezember führte eine Routinekontrolle der städtischen Lebensmittelkontrolleure auf die Spur des Münchner Großhändlers. Aufgrund einer ungewöhnlichen Etikettierung hätten die Kontrolleure eine Untersuchung des Fleisches veranlasst. «Wir haben am 2. Dezember, noch am gleichen Tag, per Fax die Stadt München informiert», sagte der Ordnungschef der Stadt Mannheim, Klaus Eberle, der Nachrichtenagentur AP.

Keine Stellungnahme aus Bayern
Die Stadt Mannheim sei am 24. Januar über das Ergebnis der Untersuchung informiert worden, fügte Eberle hinzu. «Das Fleisch war mit gesundheitsgefährdeten Keimen belastet und damit für den menschlichen Verzehr absolut inakzeptabel.» Am 6. Februar sei das Ergebnis dem staatlichen Veterinäramt der Regierung von Oberbayern mitgeteilt worden. «Dann wussten die auch, dass es Gammelfleisch war und dass da möglicherweise eine Straftat dahinter steckt», betonte Eberle.

Die Regierung von Oberbayern wollte sich am Dienstag zu den neuen Vorwürfen zunächst nicht äußern: «Wir müssen dem Fall erst einmal nachgehen», sagte eine Sprecherin. Sicher ist allerdings, dass die staatliche Lebensüberwachung anders als die Mannheimer Behörden damals nicht die Staatsanwaltschaft einschalteten: «Bei der Staatsanwaltschaft München I ist in der Vergangenheit keine Anzeige eingegangen», sagt Oberstaatsanwalt Anton Winkler.

Wieder altes Fleisch in Hessen
In Hessen tauchte derweil Fleisch auf, das möglicherweise vergammelt ist, aber nicht auf den Lieferlisten des unter Verdacht geratenen Münchner Großhändlers vermerkt war. In einem Asia-Betrieb im Rhein-Main-Gebiet hätten Prüfer 136 Kilogramm Geflügelteile entdeckt, die eventuell verdorben seien, teilte das Umweltministerium mit.

Die Behörden gehen eigenen Angaben nach von einem Betrugsfall aus. Das Fleisch rieche auffällig und sei zu einem Niedrigpreis angeboten worden, weshalb vorsorglich eine Kontrolle der hessischen Kühlhäuser angeordnet worden sei. Entwarnung gab das Ministerium dagegen für zwei Tonnen Wildfleisch, die am vergangenen Freitag vorsorglich sichergestellt worden waren. Es wurde nach einer mikrobiologischen Untersuchung zur Verarbeitung freigegeben.(nz)