Gammelfleisch: Bayern wusste offenbar seit Monaten Bescheid :
Bayern weiß schon lange von Gammelfleisch
Bereits am 2. Dezember führte eine Routinekontrolle der städtischen Lebensmittelkontrolleure auf die Spur des Münchner Großhändlers. Aufgrund einer ungewöhnlichen Etikettierung hätten die Kontrolleure eine Untersuchung des Fleisches veranlasst. «Wir haben am 2. Dezember, noch am gleichen Tag, per Fax die Stadt München informiert», sagte der Ordnungschef der Stadt Mannheim, Klaus Eberle, der Nachrichtenagentur AP.
Die Regierung von Oberbayern wollte sich am Dienstag zu den neuen Vorwürfen zunächst nicht äußern: «Wir müssen dem Fall erst einmal nachgehen», sagte eine Sprecherin. Sicher ist allerdings, dass die staatliche Lebensüberwachung anders als die Mannheimer Behörden damals nicht die Staatsanwaltschaft einschalteten: «Bei der Staatsanwaltschaft München I ist in der Vergangenheit keine Anzeige eingegangen», sagt Oberstaatsanwalt Anton Winkler.
Die Behörden gehen eigenen Angaben nach von einem Betrugsfall aus. Das Fleisch rieche auffällig und sei zu einem Niedrigpreis angeboten worden, weshalb vorsorglich eine Kontrolle der hessischen Kühlhäuser angeordnet worden sei. Entwarnung gab das Ministerium dagegen für zwei Tonnen Wildfleisch, die am vergangenen Freitag vorsorglich sichergestellt worden waren. Es wurde nach einer mikrobiologischen Untersuchung zur Verarbeitung freigegeben.(nz)

