«Flickenteppich» beim Ladenschluss erwartet
06.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern wollen die Schlusszeiten von Montag bis Samstag komplett freigeben, hieß es. Dagegen planen Sachsen, Bremen und Bayern lediglich eine Lockerung der bisherigen Regelungen. Wie weit die geht, ist aber noch unklar. Nur das Saarland will die derzeitigen Öffnungszeiten nicht verändern. In Rheinland-Pfalz gibt es noch keine Festlegung, hieß es aus dem Arbeitsministerium. Sonn- und Feiertage sollen in allen Ländern geschützt bleiben.
Wann die Öffnungszeiten liberalisiert werden, steht ohnehin noch nicht fest. Die geltenden Regeln werden wohl zum Jahresende oder zu Beginn des kommenden Jahres gelockert, hieß es.
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) begrüßte die Planungen, forderte die Länder aber auf, sich auf ein einheitliche Öffnungszeiten zu verständigen. Ein «Flickenteppich» sei das Letzte, was die Branche wolle, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Kritik kam dagegen von den Gewerkschaften.
Dagegen plant Hessens Einzelhandelsverband ein Bündnis mit den Kirchen gegen die geplante Liberalisierung des Ladenschlusses. «Bis 20 Uhr reicht völlig aus. Das hat das eher enttäuschende WM-Geschäft gezeigt», sagte Verbandspräsident Frank Albrecht. Das Geschäft sei nicht nur hinter den euphorischen Erwartungen zurück geblieben, teilweise habe es sogar Netto-Einbußen gegeben.
Ein ähnliches Resümee zieht auch der Einzelhandel in Hamburg, Thüringen, Sachsen und Bayern aus den ausgeweiteten Öffnungszeiten während der WM. In vielen Geschäften reiche der Umsatz nicht aus, um die Mehrausgaben für zusätzliches Personal auszugleichen, sagte ein Sprecher des Hamburger Einzelhandels. (nz)

