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Slowenien bekommt den Euro

16. Jun 2006 12:26, ergänzt 13:58
Slowenische Rückseite der Ein-Euro-Münze
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Die Staats- und Regierungschefs der EU haben keine Einwände: In Slowenien wird Anfang 2007 der Euro eingeführt. Der abgelehnte Euro-Kandidat Litauen beklagt weiterhin die Auslegung der Beitrittskriterien.

Als erstes der mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsländer wird Slowenien zum Jahreswechsel den Euro einführen. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben die Aufnahme des früher zu Jugoslawien gehörenden Landes in die Eurozone gebilligt. Damit kann Slowenien zum 1. Januar 2007 seine nationale Währung Tolar gegen den Euro eintauschen.

Der förmliche Aufnahme-Beschluss wird im Juli von den EU-Finanzministern gefällt werden. Dann wird auch der Umrechnungskurs des Tolar zum Euro endgültig festgelegt. Zuvor hatten sich bereits die EU-Finanzminister und das Europaparlament für Slowenien als 13. Mitglied der Eurozone ausgesprochen.

Litauen muss noch warten

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Slowenien hat sich bereits auf die nationalen Rückseiten der Euromünzen festgelegt. Ähnlich wie Italien oder Griechenland wird es für die acht Münzen verschiedene Rückseiten geben. Die Zwei-Euro-Münze zeigt den slowenischen Dichter France Prešeren, die Ein-Euro-Münze den protestantischen Reformer Primož Trubar, der die ersten Bücher in slowenischer Sprache schrieb. Weitere Motive sind der höchste slowenische Berg Triglav und Lipizzaner-Pferde. Die kleinste Münze, der Eurocent, zeigt auf der Rückseite einen Storch.

Im Gegensatz zu Slowenien wird Litauen vorerst nicht den Euro einführen dürfen: Der Gipfel bescheinigte dem baltischen Staat zwar Fortschritte, die Inflation ist aber noch zu hoch. Litauen wollte ursprünglich ebenfalls Anfang 2007 die Gemeinschaftswährung einführen. Die frühere Sowjetrepublik ist das erste Land seit dem Start der Währungsunion 1999, dessen Antrag auf Mitgliedschaft abgewiesen wurde.

Streit um Auslegung der Kriterien

Gleichwohl zeigten sich die Regierungschefs optimistisch, dass die litauische Regierung ein Umfeld der Preisstabilität schaffen werde, «das die Voraussetzung dafür ist, dass der Euro in Litauen möglichst bald erfolgreich eingeführt werden kann». Litauen war nur hauchdünn an der Inflationshürde gescheitert: Die Inflation betrug 2,7 Prozent, das waren 0,1 Punkte mehr als erlaubt.

Litauen hatte die Einschätzung Brüssels zunächst nicht akzeptiert und eine Debatte über die Kriterien anstoßen wollen. Unterstützt wurde das Land dabei von anderen neuen Mitgliedstaaten. Die jetzigen Euro-Länder lehnten eine Überarbeitung der Kriterien jedoch ab.

Litauen strebt 2009 als Termin an

Valdas Adamkus
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Der litauische Präsident Valdas Adamkus nahm die Zurückweisung am Freitag hin, meinte jedoch, die strikte Auslegung der Beitrittskriterien dürfe nicht zum Stolperstein für einen Euro-Beitritt werden. Litauen wäre für einen Beitritt 2007 reif gewesen, so Adamkus.

Er betonte, sein Land wolle nicht die Maastrichter Beitrittskriterien ändern. In einer zusammen mit Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei veröffentlichten Erklärung heißt es aber, es müsse über die Auslegung des Maastrichter Inflationskriteriums nachgedacht werden. Es gebe Unsicherheiten bei der Anwendung dieser Regeln. Das Land will nach früheren Regierungsangaben nun 2009 beitreten. (nz)

 
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