13. Jun 2006 18:47
Präsident Putin will Russlands Energiewirtschaft für ausländische Investoren öffnen - aber nur, wenn die zum Teil weit größeren russischen Konzerne Zugang zu den EU-Märkten bekommen.
Im Streit zwischen Russland und einigen EU-Staaten über den gegenseitigen Zugang zu den Energiemärkten besteht der Kreml auf eine stärkere Liberalisierung: «Wir wollen, dass unsere Wirtschaft so offen und transparent wie möglich ist», sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag beim Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg. Aus Sicherheitsgründen notwendige Einschränkungen für ausländische Investoren, die sich in Russland engagieren wollen, müssten klar und nachvollziehbar sein, sagte er. Im Gegenzug sollten andere Länder genauso klare Regeln für russische Investoren aufstellen, forderte Putin.Das Wirtschaftsforum brachte Russland eine Reihe von Vorzeigeverträgen: So besiegelte der italienische Energiekonzern Enel den Einstieg mit 49,5 Prozent beim größten unabhängigen russischen Stromversorger Rusenergosbyt. Enel sicherte dafür zu, auch für einen Aktientausch mit dem Gaskonzern Gasprom offen zu sein, sagte Vorstandschef Fulvio Conti. Gasprom als größter Gaslieferer der Welt möchte in Europa auch am Geschäft mit Endkunden verdienen. Viele EU-Staaten wehren sich jedoch gegen einen Einstieg russischer Energiekonzerne auf den heimischen Markt und befürchten eine Abhängigkeit vom Kreml. (nz)