Wechsel Röttgens moralisch «nicht in Ordnung»
Er widersprach damit Medienberichten, wonach er sein Mandat 2007 niederlegen werde. Die «Leipziger Volkszeitung» (LVZ) berichtete ohne Angabe von Quellen, Röttgen werde «vermutlich» in der ersten Hälfte 2007 sein Mandat niederlegen. Röttgen soll zum 1. Januar BDI-Hauptgeschäftsführer werden und Ludolf von Wartenberg nachfolgen, der aus Altersgründen ausscheidet.
Er habe sich «lang damit befasst» und sich nach langer «privater und politischer Konsultation» dafür entschieden, diese «interessante Scharnierposition von Politik und Wirtschaft» einzunehmen, rechtfertigte sich Röttgen. Diese Funktion sei auch angesichts der Problemlage des Landes von besonderer Bedeutung. Wirtschaft und Politik müssten «gemeinsam Verantwortung fürs Ganze» übernehmen, «die von beiden Schultern getragen werden muss».
Nach Röttgens Nominierung beim BDI hatte es vielfach Kritik an einem möglichen Doppelmandat gegeben. Der frühere BDI-Chef Hans-Olaf Henkel riet Röttgen, spätestens am Tag vor Beginn seiner BDI-Tätigkeit sein Abgeordnetenbüro zu «räumen». Im Gegensatz zur Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), deren Hauptgeschäftsführer Reinhard Göhner seit Jahren zugleich auch für die CDU im Bundestag sitzt, hält der BDI prinzipiell nichts von einer anhaltenden Doppelfunktion.
Wie die «LVZ» unter Berufung auf die Unionsführung berichtete, erfolgte die Nominierung Röttgens «ohne jegliches Zutun und ohne Wissen oder gar Absprache» mit der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel. Als Nachfolger Röttgens als erster Parlamentarischer Geschäftsführer, der turnusgemäß im November 2006 zur Wahl ansteht, gelten demnach der bisherige Fraktions-Justiziar Hermann Gröhe, der Haushaltsexperte Steffen Kampeter und Fraktions-Vize Wolfgang Bosbach. (nz)

