Glos beharrt auf weniger Kündigungsschutz
Der Minister sei für ein «Draufsatteln» offen. Man habe «positive Erfahrungen mit befristeten Arbeitsverhältnissen» gemacht. «Man müsste also Regulierungen vermeiden, die befristete Arbeitsverhältnisse erschweren», sagte der Sprecher. Union und SPD haben im Koalitionsvertrag eine Lockerung des Kündigungsschutzes vereinbart. Danach wird die Probezeit bei Neueinstellungen auf 24 Monate ausgedehnt. Im Gegenzug soll die Möglichkeit entfallen, Arbeitsverhältnisse ohne sachlichen Grund auf zwei Jahre zu befristen.
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD), der die arbeitsrechtliche Neuregelung bis zum Sommer vorlegen will, hatte zuvor schon allen Forderungen aus den Reihen der Union und der Wirtschaft eine Absage erteilt. «Zu mehr sind wir - und bin ich - definitiv nicht bereit», stellte Müntefering klar. «Arbeitnehmerrechte schleifen, bringt am Arbeitsmarkt und ökonomisch nichts», betonte er.
Glos hatte sich zuvor auch beim Thema Kernenergie gegen die Position der SPD und auch Kanzlerin Merkel gestellt. Der Wirtschaftsminister will, dass auf dem so genannten Energiegipfel Anfang April auch über längere Laufzeiten für Atomkraftwerke gesprochen wird. SPD lehnt dies jedoch vehement ab. Im Koalitionsvertrag hatten die Parteien vereinbart, am Atomausstieg, der von der rot-grünen Vorgängerregierung ausgehandelt worden war, nichts zu ändern. (nz)

