Dresden entschuldet sich auf Kosten der Mieter
09.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Dresden ist damit nicht nur die erste Großstadt in Deutschland, die schuldenfrei ist, sondern auch die erste Kommune, die keinen städtischen Wohnungsbestand mehr hat. Vom Kaufpreis sollen 981 Millionen Euro in den kommunalen Haushalt fließen - die Stadt kann ihre Verbindlichkeiten von rund 700 Millionen Euro auf einen Schlag tilgen.
«Die Mieter werden letztlich die Zeche zahlen müssen. Der hohe Kaufpreis muss von Fortress wieder eingespielt werden, die Mieten in Dresden werden steigen. Der Verwertungsdruck wird hoch sein», sagte DMB-Direktor Franz- Georg Rips nach der Entscheidung des Stadtrats. Die Sozialcharta bezeichnete er als weitgehend wertlos, als eine reine Mogelpackung.
Außerdem muss der neue Besitzer eine Sozialcharta einhalten. Sie beinhaltet das lebenslange Wohnrecht für Mieter über 60 Jahre und Behinderte sowie eine Kappungsgrenze für die Mietpreisentwicklung. «Luxussanierungen» sollen verboten sein. Die 492 Woba-Mitarbeiter erhalten für fünf Jahre Kündigungsschutz.
Internationale Beteiligungsgesellschaften zeigen nicht zum ersten Mal Interesse an Wohnungsbaubeständen in Deutschland. Nach Angaben des Mieterbundes wurden in den letzten Jahren rund 800.000 ehemals kommunale Wohnungen an Finanzinvestoren veräußert. Früher gewerkschaftseigene und werkszugehörige Wohnungen eingerechnet wechselten sogar mehr als eine Million Wohnungen den Besitzer.
Die US-Gesellschaft wird nach Einschätzungen des DMB durch das Geschäft zum zweitgrößten Vermieter in Deutschland. An der Spitze rangiert Deutsche Annington, die mit dem Kauf von Viterra, der Immobilientochter des Energiekonzerns Eon

