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Gen-Anbau: Hipp droht mit Abwanderung

12. Jan 2006 15:40
Claus Hipp
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Bei Babynahrung kann es keine Kompromisse in punkto Gentechnik gehen, sagt Claus Hipp. Bei zunehmendem Anbau von Genpflanzen in Deutschland werde er die Produktion verlagern.

Der verstärkte Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist Claus Hipp, dem Chef des gleichnamigen Babynahrungsherstellers, ein Dorn im Auge. Er drohte jetzt damit, künftig im Ausland zu produzieren, wenn in Deutschland der Anbau von Gen-Pflanzen zunehmen sollte. Bei Babynahrung könne es in punkto Gentechnik keine Kompromisse gehen, sagte Hipp am Donnerstag in Berlin vor der Eröffnung der Grünen Woche, der weltgrößten Agrarmesse.

«Die Mütter wollen das nicht»

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«Die Verbraucher und erst recht die Mütter wollen das nicht», betonte Hipp. Sein Haus biete seit Jahren nur gentechnikfreie Bioprodukte an. «Wenn das Gentechnikgesetz nicht mehr sicherstellt, dass die deutschen Bauern uns weiterhin gentechnikfreie Rohstoffe zu angemessenen Preisen anbieten können, müssen wir verstärkt im Ausland einkaufen, um Risiken und Kosten gering zu halten.» Auf Dauer stelle sich dann die Frage nach dem Standort der Produktion, ergänzte Hipp.

Bundes-Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hatte im Dezember angekündigt, Änderungen am Gentechnikgesetz vorzunehmen, um so genannte «Grüne Gentechnik» zu fördern. Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen müsse auch in Deutschland möglich sein, so Seehofer. Im Dezember hatte zudem das Bundessortenamt Zulassungen für den Erwerb, Anbau und Vertrieb von drei gentechnisch veränderten Maissorten der Saatgutfirmen Monsanto und Pioneer erteilt.

Seehofer für Wahlfreiheit

Horst Seehofer
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Seehofer wies auf der Grünen Woche Befürchtungen einer schleichenden Einführung der Gentechnik zurück. «Wir werden nichts tun, was dem Schutz von Umwelt und Menschen schadet», sagte der Minister. Die Entscheidung über den künftigen Einsatz der Gentechnik im Ernährungsbereich solle der Verbraucher mit seiner Kaufentscheidung treffen. Er trete daher für eine Kennzeichnungspflicht ein.

«Ich halte sehr viel von einer Kennzeichnung und nichts von Bevormundung», so Seehofer. Die Grünen warnen vor genmanipulierten Pflanzen und der Gefahr ihrer unkontrollierten Ausbreitung. Auch Agrar- und Umweltinititativen wenden sich gegen den Einsatz von Gentechnik: Gentechnisch veränderte Pflanzen brächten für die Konsumenten keinen Nutzen. Außerdem seien solche Pflanzen in der Natur schwer zu kontrollieren, hieß es auf einer Veranstaltung des Bundes Ökologischer Lebensmittelwirtschaft.

Hipp mit Sitz in Pfaffenhofen beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter und ist weltweit der größte Verarbeiter organisch-biologischer Rohstoffe. Das Unternehmen erhält von mehr als 3000 Landwirten in verschiedenen Ländern Bio-Obst, -Gemüse und -Fleisch. (nz)

 
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