Binnenkonjunktur wird zum Wachstumsträger
03.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Neben dem schon bekannten Wachstumstreiber Export wird in diesem Jahr auch die Binnenkonjunktur merklich anziehen. «Die Maßnahmen der neuen Bundesregierung zur Belebung der Konjunktur wirken sich 2006 positiv auf Konsum und Investitionen aus», erläuterte das DIW.
In den vergangenen Jahren sind Investitionen und privater Konsum deutlich zurückgegangen. Das DIW erwartet jetzt, dass die Anlageinvestitionen 2006 um 2,5 Prozent zulegen werden. Beim Konsum gehen die Experten von einem Zuwachs um 0,3 Prozent aus.
Das relativ hohe Wachstum wird sich aber schon 2007 wieder deutlich verringern. Für das kommende Jahr rechnet das Institut mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von nur noch 1,2 Prozent. Beim Konsum geht das DIW von einem Rückgang um 0,1 Prozentpunkte aus. Hauptursache: die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte auf dann 19 Prozent. In der Bauindustrie würden die Investitionen nach einem leichten Wachstum in 2006 zudem wieder sinken, hieß es.
Die Volkswirte warnen in diesem Zusammenhang auch vor zu viel Optimismus: «So bescheiden diese Erwartungen auch sind, das internationale Umfeld wird nicht auf Dauer so günstig bleiben», betont das Institut. Als Risikofaktoren nennen die Experten unter anderem einen neuerlichen Anstieg des Ölpreises, eine Aufwertung des Euro und einen möglichen Crash am amerikanischen Immobilienmarkt.
Positiv bewertet das DIW die Anstrengungen der Bundesregierung zur Konsolidierung des Haushalts: Für 2007 prognostiziert das Institut ein Staatsdefizit von 1,9 Prozent gemessen am BIP. Deutschland würde dann erstmals den Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt einhalten. In diesem Jahr soll die Defizitquote auf drei Prozent sinken. Für 2005 wird eine Quote von rund vier Prozent erwartet. (nz)

