«Bürgerprämie» im Gesundheitswesen angeregt
Als Beitrag wird in dem DIW-Konzept eine pauschale Prämie erhoben, die von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich sein kann. Im Schnitt soll sie rund 170 Euro betragen. Der soziale Ausgleich und die Beiträge für die Kinder sollen aus Steuermitteln finanziert werden. Die Unternehmen werden durch eine «Wertschöpfungsabgabe» an der Finanzierung beteiligt.
«Die Idee der Bürgersolidarität wird so voll verwirklicht, gleichzeitig ist dieses System nicht mehr arbeitsplatzfeindlich», schrieb Wagner. Union und SPD wollen im kommenden Jahr über ein Modell verhandeln, das die Finanzen des Gesundheitssystems längerfristig stabilisieren soll.
«Es ist nicht zu vermitteln, dass Einkommensschwache zuerst deutlich mehr zahlen, als sie eigentlich müssen, um dann einen Teil des Geldes bürokratisch zurückzubekommen», so der SPD-Politiker. Er sprach sich für die Fortsetzung des bewährten Prinzips der einkommensabhängigen Versicherung aus.
Der Vorstandschef der Barmer Ersatzkasse, Eckart Fiedler, warnte davor, lediglich die Kosten für die Kinder-Krankenversicherung über Steuern zu finanzieren. Eine solche Reform würde das Gesundheitssystem «nicht zukunftsfest machen», sagte er dem «Tagesspiegel».
Zusätzlich müsse der Wechsel von der gesetzlichen in die private Versicherung erschwert werden, durch den pro Jahr Einnahmeverluste von einer Milliarde Euro entstünden, so Fiedler. «Nahe liegt, die private Versicherung nur für Beamte und Selbstständige offen zu lassen und Arbeitnehmer auf Dauer bei den gesetzlichen Kassen zu versichern.« (nz)

