05. Dez 2005 15:49
Nicht nur in Deutschland bekommen Bahnreisende künftig bei Verspätungen einen Teil des Ticketpreises erstattet. Die EU will so die Rechte der Fahrgäste stärken.
EU-Bahnreisende mit grenzüberschreitender Verbindung haben von kommendem Jahr an bei größeren Verspätungen Anspruch auf Entschädigung. Darauf verständigten sich die EU-Verkehrsminister am Montag in Brüssel. Vorgesehen ist eine Rückerstattung von 25 Prozent des Fahrpreises bis zwei Stunden Verspätung. Beträgt sie mehr zwei Stunden, werden 50 Prozent fällig.Die neue Verordnung solle im kommenden Jahr in Kraft treten, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Sie werde die Rechte der Fahrgäste stärken. Vorteile für die Passagiere verspricht sich der Minister auch von der Marktöffnung im internationalen Bahnverkehr. «Wir sehen in anderen Feldern der Liberalisierung, dass es in der Regel zu Gunsten der Kunden ist», meinte Tiefensee.
Bis zuletzt hatten die EU-Staaten um Einzelheiten in der Frage gerungen, ob Verluste im Nahverkehr weiter mit Gewinnen aus dem Fernverkehr ausgeglichen werden dürfen. Vor allem Frankreich, Belgien und Ungarn hatten sich dafür stark gemacht.«Für uns war es besonders wichtig, dass nicht über Gebühr unrentable Strecken querfinanziert werden», sagte Tiefensee. Künftig sollen die Mitgliedstaaten von allen Anbietern des Fernverkehrs eine Abgabe zu Gunsten des Nahverkehrs erheben dürfen. Abgabe und Service müssten aber ausgewogen sein und sollten überprüft werden, sagte der Minister.