netzeitung.deOECD warnt vor Zinserhöhung im Euro-Raum

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Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker
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Die OECD schließt sich der Kritik vieler an. Eine Zinserhöhung durch die EZB wird dadurch aber wohl nicht verhindert, wie Luxemburgs Regierungschef Juncker fürchtet.

Nach vielen Politikern und Ökonomen aus Europa hat am Dienstag auch die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD vor höheren Zinsen im Euro-Raum gewarnt: Die Organisation empfahl in Paris, das Zinsniveau für die zwölf Länder der Währungsunion sollte so lange auf seinem niedrigen Niveau bleiben, bis sich die wirtschaftliche Erholung gefestigt habe. Schließlich habe der Zinssatz, der mit zwei Prozent seit Mitte 2003 so niedrig steht wie nie, mit zur konjunkturellen Erholung beigetragen.

Nach einer entsprechenden Ankündigung durch den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, gehen Volkswirte von einem Zinsanstieg um 25 Basispunkte auf dann 2,25 Prozent aus. Es wäre der erste Zinsschritt in der Währungsunion seit Juli 2003 und der erste unter Trichets Führung überhaupt. Der EZB-Chef hatte Sorgen um eine durch den Ölpreisanstieg und hohe Lohnforderungen getriebene Inflation zur Begründung für den Schritt herangezogen.

Keine Zweitrundeneffekte in Sicht
Kritiker bemängeln indes, dass sich die von Trichet gefürchteten Zweitrundeneffekte noch gar nicht abzeichnen: Angesichts der nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit in Europa seien die Chancen, hohe Lohnsteigerungen durchzusetzen, eher gering, argumentieren sie. Kritisiert wird auch die alleinige Fixierung der EZB auf das Ziel der Geldwertstabilität, die die Zentralbank bei einer Jahresteuerung von «unter, aber nahe zwei Prozent» als erreicht ansieht. Zuletzt hatte die Inflationsrate angesichts der stark gestiegenen Energiepreise bei 2,5 Prozent gelegen.

Auch der luxemburgischen Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, der der Eurogruppe vorsteht, hatte die Ankündigung heftig kritisiert. Angesichts der aktuellen Inflationsrate sei der Schritt nicht nötig, bekräftigte Juncker am Dienstag vor einem Ausschuss des EU-Parlaments. Er mahnt die EZB zudem, sich der Gefahren einer Zinserhöhung bewusst zu sein. (nz)