Neuer Job für Altkanzler: Schröder wird Medienberater: 

netzeitung.deSchröder berät Schweizer Medienkonzern

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Gerhard Schröder (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Der frühere Bundeskanzler Schröder berät künftig den Schweizer Medienkonzern Ringier. Er soll sein Amt im Januar übernehmen. Ringier möchte von Schröders Beziehungsnetz profitieren.

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) soll als Berater für das Schweizer Verlagshaus Ringier arbeiten. Schröder werde diese Aufgabe in Zürich am 1. Januar 2006 übernehmen, teilte Verleger Michael Ringier am Donnerstag in Zürich mit. Schröder werde «persönlicher Berater von Michael Ringier für Fragen der internationalen Politik», hieß es in einer Ringier-Mitteilung.

«Diese Verpflichtung basiert auf einer freundschaftlichen Beziehung, die es seit einigen Jahren gibt. Es war eigentlich immer irgendwie klar, dass wir mal was zusammen machen. Und jetzt ist eben der Zeitpunkt dazu gekommen», sagte Ringier dem Sender N24.

Über die künftige Zusammenarbeit sagte Ringier: «Schröder ist ohne Zweifel, ob man seine Politik mag, ob man ihn mag, einer der großen Staatsmänner der heutigen Zeit. Und wir sind als Verlag ja auch politisch tätig. Wir sind sehr stark in Ost-Europa, wir sind in China, sind in Vietnam. Wir sind politisch involviert. Und da bin ich überzeugt, ist Gerhard Schröder ein hervorragender Berater für mich und für die Firma, damit wir uns dort auch richtig bewegen. Und er wird ganz bestimmt auch die eine oder andere Tür öffnen können.»

Know-how, Wissen und Beziehungsnetz
«Gerhard Schröder wird kein publizistisches Mandat, aber auch kein Aufsichtsratsmandat übernehmen», sagte Ringier-Sprecher Marco Castellaneta der Netzeitung. «Wir werden sehr stark profitieren können von seinem Know-how, vom Wissen und vom Beziehungsnetz von Gerhard Schröder.»

Schröder werde «ein bis zwei Tage pro Woche» in Zürich verbringen. «Man darf nicht vergessen, dass die internationalen Tätigkeiten nicht in der Schweiz stattfinden. Das wird mit Reisen verbunden sein», sagte Castellaneta. «Ich kann mir gut vorstellen, dass Michael Ringier, der Verleger, zusammen mit Gerhard Schröder auch auf Reisen sein wird.»

Privatsache des Kanzlers
Schröders Berliner Büro wollte zu dessen Engagement nicht Stellung nehmen. Dies sei «Privatsache» des früheren Kanzlers.

Ringier gibt in der Schweiz unter anderem die Zeitung «Blick» heraus sowie zahlreiche Zeitschriften wie das Wirtschaftsblatt «Cash» und das in Berlin erscheinende Magazin «Cicero».

Schröder hatte vor seinem Ausscheiden angekündigt, er wolle sich als Anwalt in Berlin niederlassen. Aufsichtsratsmandate bei großen deutschen Industriekonzernen strebe er nicht an.

Ringier zu den Spekulationen der vergangenen Wochen und Tage über Schröders berufliche Zukunft: «Ich habe mich natürlich köstlich amüsiert über die ganzen Spekulationen, die da jetzt aufgekommen sind. Aber im Grunde genommen hat er ja genau jetzt all das gemacht, was er auch angekündigt hat.» (nz)