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EU plant Liste für unsichere Airlines

16. Nov 2005 16:06
Flugzeugabsturz in Griechenland
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Ab 2006 soll das Landeverbot für unsichere Fluggesellschaften europaweit gelten. Das werde definitiv ein «schlechtes Jahr für die schwarzen Schafe der Branche», sagte EU-Parlamentarier Stockmann.

Die Europäische Union will Airlines mit Sicherheitsrisiken in eine einheitliche schwarze Liste aufnehmen, die für alle EU-Staaten verbindlich gilt. Das beschloss das Europäische Parlament am Mittwoch in Straßburg. In der Liste werden Fluggesellschaften mit Sicherheitsmängeln aus Europa und aus Drittstaaten aufgeführt. Ihnen werden dann keine Landerechte mehr eingeräumt. In Frankreich und Belgien wird dies bereits praktiziert.

Die EU-Kommission soll nach dem Willen der Parlamentarier nun konkrete Kriterien wie beispielsweise die regelmäßige Wartung von Flugzeugen für die Liste ausarbeiten. Sie soll spätestens ab Frühjahr kommenden Jahres erstellt sein. Die letzte Entscheidung über eine Aufnahme in die schwarze Liste soll den Angaben nach bei den Mitgliedsstaaten liegen. Diese haben die Einführung einer solchen Regelung bereits grundsätzlich gebilligt.

Ein entsprechender Beschluss der EU-Verkehrsminister soll am 5. Dezember gefasst werden, hieß es weiter. Damit reagiert die EU auf die jüngsten schweren Flugzeugabstürze in Griechenland und Venezuela.

Ein schlechtes Jahr für die Branche

Mehr in der Netzeitung:
Da sich Brüssel auf diesen Kompromiss verständigt hat, «wird 2006 definitiv ein schlechtes Jahr für die schwarzen Schafe der Branche», sagte der EU-Parlamentarier Ulrich Stockmann.

Neu daran sei, dass die EU-Kommission die sicherheitsrelevanten Informationen an sich ziehe, hob Stockmann hervor. Jetzt könnten zweifelhafte Airlines auch auf die Liste gesetzt werden, wenn die nationalen Behörden nicht willens oder in der Lage seien, Sicherheitsmängel aufzuzeigen oder Sicherheitsnormen durchzusetzen.

Konkurs möglich

Mehr im Internet:
Stockmann hofft auf ein «konkretes Plus an Luftverkehrssicherheit in Europa». In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass «einige Behörden in südöstlichen EU-Staaten und in Kandidatenländern nicht allzu dienstbeflissen» arbeiteten.

Er zeigte sich überzeugt, dass durch die Veröffentlichung der Liste «ein sehr starker Druck» auf die Airlines entsteht. Die Konsequenz für die betroffenen Fluggesellschaften sei klar: «Sie wird zeitweise vom Markt genommen, erleidet nachhaltigen Image-Schaden und kann letztlich in Konkurs stürzen». (nz)

 
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