Netzeitung Logo

 
DruckenVersenden
 

EU-Parlament verschärft Chemikalienrichtlinie

04. Okt 2005 21:24
Chemieindustrie
Bild vergrößern
Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat sich für ein strengeres Chemikaliengesetz ausgesprochen. Während die Chemiebranche mit Jobabbau droht, begrüßen Naturschutzverbände die Entscheidung.

Der federführende Umweltausschuss im Europaparlament hat am Dienstag die umstrittene EU-Chemikalienverordnung verschärft. Zuvor hatten die Ausschüsse Binnenmarkt und Industrie die Richtlinie abgeschwächt. Die endgültige Abstimmung in der Vollversammlung des Parlaments ist für Mitte November in Straßburg vorgesehen.

Kern des geplanten Gesetzes mit dem Arbeitsnamen REACH ist die Registrierung und Bewertung von mehr als 30.000 chemischen Stoffen. Bisher sind die Risiken von rund 100.000 in der EU verwendeten Chemikalien weitgehend unbekannt. Darunter Stoffe wie Waschmittel-Tenside, Weichmacher in Spielzeug oder Stoffe in Farben oder Lacken. Zur Prüfung der Stoffe will die EU eine Agentur einrichten.

Naturschutzverbände begrüßen das Votum

Mehr in der Netzeitung:
Über das Gesetz wird bereits seit zwei Jahren heftig gestritten. Das Votum ist zunächst eine Niederlage für die Liberalen und Christdemokraten im Europaparlament, die sich für eine Abschwächung der Richtlinie eingesetzt hatten.

Der CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz sagte, die Konturen des künftigen EU-Chemikalienrechts «werden sich erst mit der Plenarabstimmung im EU-Parlament abzeichnen». Der Umweltausschuss habe sich für ein aufwendigeres Registrierungs- und Prüfverfahren bei kleinen Mengen ausgesprochen. Auch Erleichterungen zu Stoffen, die in Mengen von bis zu 100 Tonnen im Jahr hergestellt oder eingeführt werden, seien vom Ausschuss abgelehnt worden.

Naturschutzverbände begrüßten die Entscheidung. Sie forderten jedoch schärfere Kriterien bei der Zulassung von in geringen Mengen produzierten Chemikalien. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisierte dagegen das geplante Gesetz: Es werde die Industrie mit unnötigem Bürokratieaufwand und hohen Kosten belasten sowie vor allem in Deutschland Arbeitsplätze kosten. (nz)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Wirtschaftssysteme rund um den Globus: 
Die Varianten des Kapitalismus
Erwartungen an den Weltfinanzgipfel: 
Große Runde, kleiner gemeinsamer Nenner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.