netzeitung.deFranzosen gehen für mehr Jobs auf die Straße

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Streik in Frankreich (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Streik in Frankreich
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Landesweite Streiks haben das öffentliche Leben in Frankreich lahm gelegt. Hunderttausende demonstrierten für mehr Beschäftigung. Premierminister de Villepin «hört die Botschaft».

Die französischen Gewerkschaften haben mit einem nationalen Streiktag massiven Druck auf die Regierung in Paris ausgeübt. Am Dienstag demonstrierten mehrere Hunderttausend Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in zahlreichen großen Städten für mehr Jobs, mehr Kaufkraft und gegen Personalabbau. Der Berufsverkehr war massiv gestört, der Zug- und Flugverkehr kam weitgehend zum Erliegen.

«Ich höre die Botschaft der Franzosen», sagte Premierminister Dominique de Villepin am Dienstag im Parlament. Er werde «unermüdlich für Beschäftigung und die Sicherung der Kaufkraft kämpfen». Der Staat sei «gut beraten, an diesem 4. Oktober Demut zu beweisen und zu hören, was die Franzosen zu sagen haben».

Streit um korsische Reederei
Die Gewerkschaften, die von fast allen linken Parteien unterstützt werden, wollen de Villepin mit dem Aktionstag zu sozialen Zugeständnissen zwingen. Sie werfen der Regierung soziale Demontage vor. Vor allem die geplante Privatisierung der korsischen Reederei SNCM und des Stromkonzerns EDF hatte Proteste ausgelöst.

Nach Angaben der Gewerkschaften beteiligten sich mehr als eine Million Menschen. Die Mobilisierung sei viel größer gewesen als im Frühjahr. Allein in Marseille seien 100.000 Menschen auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Paris seien es 150.000 gewesen. Die Schätzungen der Polizei lagen niedriger. Die meisten Veranstaltungen verliefen friedlich. Lediglich auf Korsika kam es zu Straßenschlachten zwischen Polizei und vermummten Demonstranten.

400 Flüge ausgefallen
Besonders betroffen von den Streiks waren der öffentliche Dienst, die Post und der Verkehr. Allein auf den Pariser Flughäfen mussten etwa 400 Flüge gestrichen werden. Auch jeder dritte Eisenbahner der staatlichen SNCF legte die Arbeit nieder. An den Schulen blieben zahlreiche Lehrer dem Unterricht fern, zudem mussten die Franzosen auch auf einige Zeitungen am Morgen verzichten. (nz)