24.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Euro-Banknoten
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Politiker halten Steuersenkungen für wesentlich wichtiger als die Bevölkerung. Sogar unter den FDP-Anhängern findet nicht einmal jeder Zweite das Thema vordringlich.
Entgegen den Plänen von Union und FDP ist für die Mehrheit der Deutschen eine Senkung der Steuern unwichtig. In den alten Bundesländern halten gerade einmal 35 Prozent der Menschen Steuersenkungen für eine dringende Aufgabe der künftigen Bundesregierung, wie eine repräsentative Umfrage des Offenbacher Meinungsforschungsinstituts Marplan ergab. In den neuen Ländern finden sogar nur 25 Prozent der Befragten Steuersenkungen vordringlich.
Nicht mal jeder zweite FDP-AnhängerWenig ausgeprägt ist der Wunsch nach niedrigeren Steuern bei den Beziehern niedriger und hoher Einkommen. Bei der Gruppe, die Haushalts-Nettoeinkommen von mehr als 3500 Euro im Monat bezieht, sprachen sich nur 29 Prozent für eine Steuerreduzierung aus. Unter den Menschen mit Haushaltseinkommen von unter 1000 Euro im Monat halten nur 27 Prozent eine Steuersenkung für besonders wichtig.
Der höchste Wert wurde mit 39 Prozent bei Beziehern mittlerer Einkommen (2000 bis 2500 Euro) ermittelt. Während in der Umfrage fast jeder zweite Anhänger der FDP nach Steuerminderungen verlangte, waren es bei den Sympathisanten der Linkspartei gerade einmal 13 Prozent.
Keine Mehrheit für Sondersteuer Auch die Forderung nach höheren Steuern für Spitzenverdiener findet keine Mehrheit in der Bevölkerung. Im Osten stimmten dem Vorhaben 35 Prozent zu, im Westen gerade einmal 22 Prozent. Den höchsten Anteil ermittelten die Forscher bei den Anhängern der PDS, von denen sich 56 Prozent für eine Steueranhebung für Reiche ansprachen.
Unter den Anhängern von SPD und Grünen waren es jeweils 30 Prozent. Die SPD hat in ihrem Wahlprogramm vorgesehen, dass für Spitzenverdiener eine Zusatzsteuer in Höhe von drei Prozent eingeführt wird. Innerhalb der verschiedenen Altersgruppen spielt das Thema bei den Jüngsten die geringste Rolle.
Opposition will geringere SätzeDie Union will laut ihrem Wahlprogramm zum 1. Januar 2007 den Eingangssteuersatz bei der Einkommensteuer auf zwölf Prozent und den Spitzensteuersatz auf 39 Prozent senken. Der frühere Verfassungsrichter Paul Kirchhof, den Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) im Falle eines Machtwechsels zum Finanzminister berufen könnte, strebt mittelfristig einen Einheitssteuersatz von 25 Prozent an.
Das FDP-Modell sieht einen maximalen Steuersatz von 35 Prozent vor, während der niedrigste Satz bei 15 Prozent liegen soll. Die SPD schließt dagegen weitere Senkungen der Steuersätze aus. (nz)