11.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Industrieanlage in Deutschland
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die erhoffte Erholung der Wirtschaft in Deutschland lässt auf sich warten: Im zweiten Quartal ist die Wirtschaft überhaupt nicht gewachsen. Experten sehen aber «bessere Zeiten» voraus.
Die deutsche Wirtschaft hat im Zeitraum von April bis Juni keinen Zuwachs verzeichnet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) blieb preis-, saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vorquartal konstant, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden bekannt gab.
Am Mittwoch hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in ihrem Konjunkturbarometer noch ein leichtes Plus von 0,2 Prozent für das zweite Quartal prognostiziert. Für das dritte Quartal erwarten die Forscher einen Zuwachs zum Vorquartal um 0,5 Prozent.
Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung noch deutlich um 0,8 Prozent gestiegen. Damit korrigierten die Statistiker allerdings den ursprünglichen Wert von 1,0 Prozent.
Erholung erwartetDie Experten der Hypovereinsbank warnen davor, die Daten falsch zu interpretieren. Es seien «definitiv bessere Zeiten» im zweiten Halbjahr zu erwarten, heißt es in einem Kurzkommentar vom Donnerstag. Für das dritte Quartal rechnen die Analysten mit einem Zuwachs des BIP von 0,5 Prozent.
Auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) rechnet mit einer Erholung im Zeitraum Juli bis Dezember: «Alles deutet darauf hin, dass sich die konjunkturelle Erholung im zweiten Halbjahr wieder beschleunigt», sagte der Minister in Berlin.
Inländische Verwendung gestiegenGegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg das BIP im zweiten Quartal um 1,5 Prozent. Im ersten Quartal war im Jahresvergleich noch ein Rückgang von 0,3 Prozent verbucht worden. Allerdings standen im zweiten Quartal 2005 zwei Arbeitstage mehr zur Verfügung als in der entsprechenden Vorjahresperiode, wie das Statistische Bundesamt erläuterte. Ohne diesen Effekt wäre die Wirtschaftsleistung nur um 0,6 Prozent gestiegen - im ersten Quartal war das kalenderbereinigte Plus mit 0,8 Prozent etwas höher.
Im zweiten Quartal lief der Export zwar weiter auf Hochtouren, aber zugleich stiegen auch die Importe wegen der Rekordpreise für Rohöl deutlich. Dadurch ergab sich den Statistikern zufolge ein «leicht negativer Wachstumsbeitrag» des Außenbeitrags.
Positiv trug dagegen die Binnennachfrage zum Wachstum bei. Die Unternehmen investierten wieder mehr in Ausrüstungen, und die privaten Konsumausgaben zogen ebenfalls an. (nz)