07. Jul 2005 13:06, ergänzt 16:29
Das Verkehrsministerium darf den Maut-Test nicht einfach ignorieren, meint FDP-Verkehrsexperte Friedrich. In der Netzeitung spricht er sich für einen erneuten Test unter Aufsicht der Behörden aus.
Das Bundesverkehrsministerium sollte den Maut-Test eines Speditionsverbands nach Ansicht des FDP-Verkehrsexperten Horst Friedrich zum Anlass nehmen, eine weitere eigene Prüfung vorzunehmen. «Das Ministerium sollte einen Test mit 70 bis 80 Lkw zusammen mit dem Bundesamt für Güterkraftverkehr machen», forderte Friedrich am Donnerstag in der Netzeitung. «Im Zweifel setze ich mich auch selber in einem Lkw.»Friedrich schlägt vor, dass eine größere Zahl von Lkw mit jeweils einem Mitarbeiter vom Bundesamt für Güterkraftverkehr (BAG) auf dem Beifahrersitz bei ausgeschaltetem Mauterfassungsgerät (OBU) über die deutschen Autobahnen fahren, «bis sie erwischt werden».
Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) hatte unter eigener Regie in einem drei Tage andauernden Test die Kontrollhäufigkeit des Lkw-Mautsystems geprüft. «Von 145 durchgeführten Fahrten wurden nur fünf im Kontrollsystem als Schlechtzahler registriert», teilte der BGL am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. «Alle anderen benutzten die Autobahn mautfrei und unbeanstandet.» Der Verband sprach von einem «katastrophalen Zustand des Mautkontrollsystems» und behält sich eine Klage vor Gericht wegen ungleicher Maut-Erhebung vor. Im Rahmen des Tests wurden den Angaben zufolge 74 Fahrzeuge auf 145 mautpflichtigen Autobahnfahrten eingesetzt. Diese Fahrzeuge legten rund 33.000 Kilometer in mehr als 600 Stunden auf dem deutschen Autobahnnetz zurück, so der BGL. Ergebnis: Nur zwei Fahrer wurden von den insgesamt rund 300 Mautbrücken erwischt, drei weitere wurden von den mobilen Kontrollen des BAG gestellt.