07. Jul 2005 09:28
Das Kontrollsystem für die Lkw-Maut ist offenbar nicht besonders zuverlässig. Bei einem Test zur Überprüfung des Systems blieben mehr als 95 Prozent der Mautpreller unentdeckt.
Mautpreller haben in Deutschland offenbar leichtes Spiel. Spediteure hätten an drei Tagen im Mai mit Schwarzfahrten das System getestet und dabei seien mehr als 96 Prozent der Mautpreller nicht erfasst worden, berichtete das ZDF-Nachrichtenmagazin «heute journal» am Mittwochabend. Um die Effektivität des Mautsystems zu überprüfen, haben demnach 70 Lkw in mehr als 140 Fahrten etwa 33.000 Kilometer in ganz Deutschland zurückgelegt. Aber nur drei Fahrzeuge seien auf frischer Tat von Einsatzfahrzeugen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) ertappt worden. Zwei weitere Schwarzfahrer seien über die elektronischen Mautbrücken erfasst worden.
Nach Angaben des ZDF fuhren die meisten Lkw-Fahrer bei dem Test mit abgeschaltetem On-Board-Unit (OBU). Die Einzelfahrten seien auf den Abrechnungsbelegen des Mautbetreibers Toll Collect zwar genau dokumentiert, aber mit «null Euro» in Rechnung gestellt. Dem Abrechnungssystem des Mautbetreibers fehle damit eine interne Plausibilitätskontrolle, denn die Null-Euro-Fahrten hätten zu einem Bußgeld-Anhörungsverfahren führen müssen. Toll Collect teilte allerdings mit, aus datenschutzrechtlichen Gründen könnten die Abrechnungsbelege mit möglichen Einbuchungen an Terminals nicht durchgeführt werden.In den ersten sechs Monaten hat die Bundesregierung durch die Lkw-Maut 1,4 Milliarden Euro eingenommen und damit etwas mehr als erwartet. (nz)