netzeitung.dePolitik soll Wählern die Wahrheit sagen

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Wirtschaftsprofessoren sehen Deutschland laut einem Appell an die Politik in einer tiefen Krise. Nur mit Sparen, Lohnzurückhaltung und Einschnitten in die Sozialversicherungen lasse sich die Krise bewältigen.

Mit einem Appell an die Politik haben sich deutsche Wirtschaftsprofessoren in den Wahlkampf eingeschaltet. «Wir warnen eindringlich davor, Illusionen zu erzeugen und damit die Akzeptanz notwendiger Reformen zu untergraben», zitiert die «Welt» von Donnerstag aus einem von 241 Ökonomen unterzeichneten Schreiben.

Außerdem fordern sie die Politiker auf, den Wählern die Wahrheit über die Strukturkrise zu sagen, in der sich nach ihrer Auffassung Deutschland befinde. Deutschland stecke in einer «tiefen strukturellen Krise, die drastische und schmerzhafte Reformen verlange», heißt es. In Vorwahlkampfzeiten scheine die Bereitschaft der Politik gering, «diese Tatsache den Bürgern mit der gebotenen Deutlichkeit vor Augen zu führen.»

Lohnzurückhaltung und Einschnitte erforderlich
Die Wissenschaftler verlangen äußerste Lohnzurückhaltung, einen strikten Sparkurs und weitreichende Einschnitte in die sozialen Sicherungssysteme. Zu den Unterzeichnern des Appells gehören der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, der Präsident des IWH Halle, Ulrich Blum, der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, und der Freiburger Sozialexperte Bernd Raffelhüschen. (nz)