Bsirske: Schwarz-Gelb sorgt nicht für Wachstum
«Mit einer Politik, die durch Sparen die Krise verschärft, und mit einer Politik des forcierten Drucks auf die Löhne wird die binnenkonjunkturelle Schwäche nicht beseitigt.» Die deflationären Tendenzen in Deutschland würden «zusätzlichen Rückenwind bekommen». Die Union lasse sowohl viele gesundheits- als auch rentenpolitische Fragen offen. «Zwischen dem Steuer- und dem Gesundheitskonzept klafft eine Finanzierungslücke von gut 50 Milliarden Euro», sagte der Verdi-Chef. «Das wirkt doch nicht seriös.»
Rot-Grün forderte der Verdi-Chef auf, «kritisch zu hinterfragen», wie die Politik der Koalition künftig aussehen soll. «Bedeutende Teile der eigenen Stammwählerschaft konnten nicht an die Wahlurne gebracht werden», sagte er mit Blick auf den Stimmenverfall von SPD und Grünen bei der Landtagswahl in NRW am Sonntag.
Die Bundesregierung müsse ihre Arbeitsmarktpolitik «grundlegend» überdenken, forderte der Gewerkschaftschef. «Arbeit darf nicht arm machen, weshalb auch der Frage nach einem gesetzlichen Mindestlohn große Bedeutung zuwächst», betonte er. «Die starken Schultern müssen wieder mehr tragen als die schwachen Schultern.» Dann könne der Staat auch wieder seine gesellschaftspolitische Aufgaben wahrnehmen. Eine solche Positionierung verbessere auch die Wahlchancen, lautet seine Einschätzung.
Zur Frage, ob Verdi Rot-Grün in einem Bundestagswahlkampf unterstützen wird, wollte sich Bsirske nicht äußern: «Wir stehen für unsere Themen und unsere Forderung nach einer Politik, die besser in der Lage ist, Wachstum und Beschäftigung voranzubringen», sagte er. Zugleoch betonte Bsirske, dass Schwarz-Gelb aus seiner Sicht «keine bessere Alternative» sei, «sondern eher noch zu einer deutlichen Verschlechterung der Situation» führen werde.

