23. Mai 2005 10:50, ergänzt 14:46
Die Ökostrom-Branche fürchtet keinen Ausstieg aus dem Atomkonsens, sollte die Union vorgezogene Bundestagswahlen gewinnen. «Die Arbeit würde aber für uns deutlich schwieriger», sagte Verbandspräsident Lackmann der Netzeitung.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat die Union aufgefordert, mit einem klaren Bekenntnis zum Ausstieg aus der Atomenergie in den möglichen vorgezogenen Bundestagswahlkampf zu gehen. «Die Union muss deutlich und auch ehrlich Position beziehen», sagte Verbandspräsident Johannes Lackmann am Montag der Netzeitung. Mit Blick auf die Forderung der FDP, den Atomkonsens zu kippen, sagte er: «Ich glaube nicht, dass das politisch durchsetzbar ist.» Sollte die Wirtschaft nach neuen Standorten für Atomkraftwerke suchen, gäbe es «massive Akzeptanzprobleme».
Im Interview mit der Netzeitung hatte die energiepolitische Sprecherin der FDP im Bundestag, Gudrun Kopp, die Rücknahme des Atomausstiegs gefordert. «Schon um das Kyoto-Protokoll zu erfüllen und Klimaschutzziele zu erreichen, ist es unbedingt erforderlich, an der Atomenergie festzuhalten. Der Atomkonsens muss deshalb wieder auf den Tisch», sagte sie.Für Lackmann ist der Bau neuer Atomkraftwerke dagegen auch eine Frage der Kosten. Als Beispiel nennt er das geplante neue Kraftwerk in Finnland. Das neue Werk erhalte «massive Subventionen» von der Regierung. «Das rechnet sich einfach nicht», gab er sich überzeugt.