SPD-Arbeitsmarktexperte Wend: «Staat muss handlungsfähig bleiben»
Die Bundesregierung habe «mit ihren Reformen eine ganze Menge getan», betonte Wend. Die Reformen hätten sich aber nicht in vermehrte Investitionen seitens der Unternehmen niedergeschlagen. Der Grund dafür liegt für den SPD-Politiker in der sich durch die Globalisierung verändernden Struktur der Anteilseigner börsennotierter Unternehmen.
Der Staat stoße im Zuge der Globalisierung auch «auf Grenzen». Dem könne nur durch EU-weite Regelungen begegnet werden. «Wir brauchen eine EU-weit vergleichbare Bemessungsgrundlage bei den Unternehmenssteuern», forderte Wend, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Arbeit im deutschen Bundestag ist. Damit könne sichergestellt werden, dass die einzelnen Staaten nicht mehr so leicht von Unternehmen «erpressbar» seien. Auch das Sozialniveau müsse innerhalb der EU «nicht überall gleich, aber vergleichbar sein». Es müsse bestimmte Mindestregelungen geben, die nicht unterschritten werden dürften.
SPD-Chef Franz Müntefering hatte am Wochenende eine Diskussion um die Macht des Kapitals angestoßen und dabei insbesondere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann kritisiert. Bei Ackermann stimme die Unternehmensethik nicht mehr, «wenn er eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zum Ziel erklärt und bei gewachsenen Gewinnen am selben Tag ankündigt, 6400 Menschen zu entlassen», sagte Müntefering. «So etwas deprimiert die Menschen und raubt ihnen das Vertrauen in die Demokratie.»
Für das Web ediert von Marcus Gatzke

