28. Feb 2005 15:17
Angesichts der steigenden Nachfrage nach Musik-Downloads wollen einige Plattenfirmen höhere Preise durchsetzen. Analysten warnen, dann könnten Kunden wieder zu illegalen Tauschbörsen abwandern.
Die wachsende Nachfrage nach herunterladbarer Musik im Internet ruft nun einige große Musikfirmen auf den Plan: Sie wollen in den Gesprächen mit Download-Anbietern durchsetzen, dass die Großhandelspreise angehoben werden, wie die «Financial Times» (FT) am Montag berichtete. Offenbar hielten einige Plattenlabels die Nachfrage für robust genug, um auch höhere Preise am Markt durchsetzen zu können, so die Zeitung. Nicht näher benannte Manager hätten gesagt, beim Start von legalen Musik-Downloads seien die Großhandelspreise niedrig angesetzt worden, um die Nachfrage anzufachen. Der Erfolg des Apple-Angebots I-Tunes habe aber bei einigen Plattenlabels Anlass zu Sorge gegeben, dass die Preise jetzt zu niedrig sein könnten. Über den Vorstoß sei Apple-Chef Steve Jobs sehr verärgert, so die «FT».
Über den Plan sind sich die Musikkonzerne indes uneins. Ein nicht namentlich genanntes führendes Label teilte der «FT» mit, es werde die Großhandelspreise nicht anheben, da der Markt für einen solchen Schritt noch nicht reif sei. Drei andere Labels, darunter EMI und Warner, lehnten eine Stellungnahme ab. Der Zeitung zufolge gelten unter den Großen der Branche vor allem Sony BMG und Universal Music als abgeneigt, den aufkeimenden Markt für Musik-Downloads zu stören.Auch Analysten mahnen zu Vorsicht. Sie warnen, dass höhere Preise die Internet-Piraterie – also das Herunterladen von Musikdateien bei illegalen Tauschbörsen – wieder ankurbeln könnte. Verbraucher, die Musik im Internet kauften, seien jetzt daran gewöhnt, 99 Cent oder weniger pro heruntergeladener Musikdatei zu bezahlen, sagte Gartner-Analyst Michael McGuire der «FT». Dem Blatt zufolge liegen die Einkaufspreise wohl bei etwa 65 Cent. (nz)