28.02.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die Schulden der öffentlichen Haushalte sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Überdurchschnittlich stiegen die aufgenommenen Kredite zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe.
Deutschland hat seine Schulden im vergangenen Jahr weiter nach oben getrieben. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Berechnungen mitteilte, stieg die Verschuldung der öffentlichen Haushalte gegenüber dem Vorjahr um 69,0 Milliarden Euro oder 5,2 Prozent auf insgesamt 1,395 Billionen Euro.
Die Summe umfasst den Bund und seine Sondervermögen, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Zweckverbände. Beim Bund und seinen Sondervermögen erhöhten sich die Schulden den Angaben zufolge um 41,0 Milliarden Euro oder fünf Prozent, bei den Ländern stiegen sie um 28,0 Milliarden Euro oder 6,8 Prozent.
Kassenkredite kräftig gestiegenDie statistisch nachgewiesenen Kreditmarktschulden der Gemeinden/ Gemeindeverbände seien auf dem Stand des Vorjahres geblieben, hieß es weiter. Neben den Kreditmarktschulden zur Deckung des Defizits zwischen Einnahmen und Ausgaben hätten die öffentlichen Haushalte Kassenkredite zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe aufgenommen. Diese erreichten demnach am 31. Dezember 2004 insgesamt 34,9 Milliarden Euro und übertrafen den Vorjahreswert damit um 9,1 Prozent.
Zum Schuldenstand im europäischen Vergleich, nach dem entsprechenden Kriterium im EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt, äußerte sich das Statistische Bundesamt nicht. Dies werde am 16. März von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht, hieß es. Der Stabilitätspakt erlaubt eine maximale Verschuldung von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. (nz)