08.11.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Norbert Walter
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Walter, hat an die Opposition appelliert, einen Abbau der Subventionen nicht zu blockieren. Dann könnte auch der Stabilitätspakt eingehalten werden.
Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat an die Opposition appelliert, den Abbau der Subventionen in Deutschland weiter voran zu treiben. «Es wäre ganz gut, wenn wir bei den Subventionen die Opposition endlich auf Seite der Regierung hätten», sagte er am Montag im ZDF-«Morgenmagazin».
Um im Haushalt weiter zu sparen, müsste der Subventionsabbau im Sinne der Ministerpräsidenten Ronald Koch (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) weiter fortgeführt werden, sagte Walter weiter. Mit der Abschaffung der Eigenheimzulage und der Pendlerpauschale, «könnten große Beträge schnelle eingespart werden». Auch die Stabilisierung des Haushalts im Sinne des EU-Stabilitätspaktes bedürfe der Mitarbeit der Opposition, betonte Walter.
«Wir sind nicht blöder als früher»Einer Verlängerung der Arbeitszeit steht Walter positiv gegenüber: «Das ist eine sehr nützliche Debatte», so der Chefvolkswirt. «Wir sollten in Deutschland eine Debatte führen, dass in Zukunft Arbeit und nicht Freizeit bezahlt wird.» Eine Streichung von Feiertagen werde allerdings den Haushalt nicht nennenswert entlasen, sagte er weiter.
Auch die FDP hat sich für eine Verlängerung der Arbeitszeit ausgesprochen. Angesichts der Sparzwänge sei klar, dass mehr gearbeitet werden müsse, sagte Fraktionsvizen Rainer Brüderle in der Sendung. «Wir sind nicht blöder als früher, nicht fauler als früher, wir sind falsch aufgestellt.» Als nachahmenswerte Beispiele nannte der Politiker die getroffenen Lösungen bei Siemens und Opel.
Grüne gegen generelle 40-Stunden-WocheGrünen-Finanzexpertin Christine Scheel plädierte indes für mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Sie sei dagegen, eine 40-Stunden-Woche generell festzuschreiben, sagte sie im «Morgenmagazin». Es gebe Branchen, in denen 40 Stunden gearbeitet werde und solche Bereiche, wo weniger oder mehr gearbeitet werden müsse. Im internationalen Vergleich weise Deutschland die geringste Arbeitszeit im Jahr aus, sagte Scheel.
Die Politikerin sprach sich zugleich gegen Überlegungen aus, Feiertage abzuschaffen. Die Feiertagsdiskussion verschwinde «im Nebel». Eine solche Diskussion sei «nicht zielführend», sagte sie. (nz)