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Wirtschaftsminister Clement
fordert Ende der Proteste bei Opel

15. Okt 2004 16:42
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD)
Wirtschaftsminsiter Clement hat an die Opel-Arbeiter in Bochum appelliert, die Arbeit wieder aufzunehmen. Ein GM-Werk in Antwerpen soll inzwischen bereits still stehen.

Bundeswirtschaftsminsiter Wolfgang Clement (SPD) hat an die seit Donnerstag protestierenden Bochumer Opel-Arbeiter appelliert, «nicht zusätzliche Unsicherheit zu schaffen», um nicht den Fortbestand aller Standorte zu gefährden. Er äußerte zwar «jedes Verständnis», dass es angesichts des Schocks vom Donnerstag zu Arbeitsniederlegungen gekommen sei. Gleichwohl müsse «die Arbeit weiter gehen und Opel weiter fahren in Deutschland».

Nach einem Treffen mit den hessischen Ministern für Soziales und Wirtschaft, Silke Lautenschläger und Alois Rhiel (beide CDU), am Freitag in Frankfurt am Main appellierte Clement an das GM-Management, eine «Vorwärtsstrategie» für Opel in Deutschland zu entwickeln. Im Gegenzug sagte Clement Maßnahmen der Bundesregierung zur weiteren Senkung der Lohnnebenkosten zu.

IG Metall droht mit Streik

Mehr in der Netzeitung:
Die Gewerkschaft IG Metall hat dem Opel-Management indes mit Streik gedroht. Gewerkschaftschef Jürgen Peters warnte in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» die Konzernführung, «die Konfrontation weiter zu betreiben und die amerikanischen Vorgaben durchzusetzen». Sonst seien auch Streiks möglich. «Wir wollen ein Zukunftskonzept ohne Entlassungen und kein K.o.-Prinzip für die Opel-Standorte«, erklärte der IG-Metall-Chef. Peters zeigte Verständnis dafür, wenn die Belegschaften weiterhin «spontan ihre Meinung durch Protestaktionen während der Arbeitszeit dokumentieren».

Produktion in Belgien stoppt angeblich

Die Proteste der Bochumer Opelarbeiter zeigen indes offenbar Wirkung. Nach Arbeitnehmerangaben stocke auch den Autobau im General-Motors-Werk in Antwerpen. Nach Angaben eines Redners in Bochum sollte die Produktion in Antwerpen schon am Nachmittag zum Erliegen kommen. Betriebsrat Franco Biagiotti sagte, es gehe um in Bochum hergestellte Pressteile für die Astra-Produktion in Antwerpen. Fehle die Zulieferung aus Bochum, könnten in Belgien keine Autos gebaut werden.

Opel-Sprecher Ulrich Weber in Rüsselsheim widersprach. Momentan gebe es keine Probleme. Angesichts der engen Vernetzung der europäischen GM-Werke könnte
es bei längeren Arbeitsniederlegungen durchaus zu Engpässen kommen, räumte Weber ein. Wann die ersten Schwierigkeiten auftreten könnten, wollte er nicht sagen. (nz)

 
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