netzeitung.deFed-Chef Greenspan bestätigt Erwartung auf Zinserhöhung

 Herausgeber: netzeitung.de

Fed-Chef Alan Greenspan (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Fed-Chef Alan Greenspan
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Fed-Chef Alan Greenspan hat erneut bekräftigt, die Leitzinsen bald anzuheben. Sollten sich die Prognose über die Inflation als zu pessimistisch erweisen, könnten die Zinsen auch schneller und deutlicher steigen als bisher erwartet.

Der Chef der amerikanischen Notenbank, Alan Greenspan, hat in einer Rede im Rahmen der International Monetary Conference in London am Dienstag bestätigt, einen moderaten Zinsschritt zu prüfen. Dies hatte die Fed bereits bei ihrer letzten Sitzung im Mai angekündigt. Wie hoch dieser ausfallen könnte, ließ Greenspan jedoch offen.

«Dieser Beschluss beruht auf unserer aktuellen Einschätzung, wie sich die ökonomische und finanzielle Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird», sagte Greenspan per Videoübertragung. Sollte sich diese Einschätzung als falsch erweisen, sei die Fed ausreichend vorbereitet, um die Preise stabil zu halten und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum sicherzustellen, sagte Greenspan weiter. Sorge bereitet dem Notenbank-Chef dabei die anhaltend hohen Energiepreise: Diese seien ein Besorgnis erregender Kostenfaktor, welcher die Inflation anheizen könnte. Damit deutete der Fed-Chef an, notfalls die Zinsen schneller und deutlicher anzuheben, als dies bisher vom Markt prognostiziert wird.

Vertrauen in die Wirtschaft wächst
Die Unternehmen seien angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung zuversichtlich und stellten zunehmend wieder Arbeitskräfte ein, sagte Greenspan weiter. Die jüngsten Finanzindikatoren zeigten, dass die Fed den Finanzmärkten genügend Liquidität zur Verfügung gestellt habe, was sich zunehmend als unnötig erweisen werde, führte Greenspan aus.

Experten rechnen angesichts einer robusten und breitgefächerten wirtschaftlichen Erholung damit, dass die Notenbank bei ihrer kommenden Sitzung am 30. Juni die Zinsen um 25 Punkte anheben könnte. Der US-Leitzinssatz beträgt derzeit 1,0 Prozent und befindet sich damit auf dem niedrigsten Stand seit 46 Jahren. (nz)