Institute erwarten weniger Wachstum
27.04.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Die Wachstumsprognose für das laufende Jahr wurde von den Experten nach unten revidiert: Für 2004 wird nur noch von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent ausgegangen. Im vergangenen Herbst hatten die Wirtschaftsforscher noch 1,7 Prozent Zuwachs prognostiziert. Das Wachstum werde sich im Jahresverlauf 2004 nur allmählich beschleunigen, hieß es. «Zunächst wirkt die starke Aufwertung des Euro noch nach, mit der Folge, dass die Dynamik der Weltkonjunktur nur gedämpft auf den Export durchschlägt.»
Eine durchgreifende Erholung des Arbeitsmarktes in Deutschland erwarten die Experten zudem nicht: Im Durchschnitt des laufenden Jahres wird nach Ansicht der Experten die Zahl der Arbeitslosen nur leicht auf 4,33 Millionen sinken, 2005 dann auf 4,27 Millionen. Die Arbeitslosenquote wird bundesweit bei 10,2 beziehungsweise 10,1 Prozent erwartet. Das gesamtwirtschaftliche Defizit verfehlt laut Prognose in beiden Jahren erneut die Maastricht-Kriterien und dürfte bei 3,7 beziehungsweise 3,5 Prozent liegen.
Für die neuen Bundesländer haben sich die Institute für eine Überführung des Aufbauprogramms Ost in eine gesamtdeutsche Regionalpolitik ausgesprochen. Allein mit einer neu ausgerichteten Wirtschaftsförderung in Ostdeutschland könne der Aufholprozess nicht wieder in Gang gesetzt werden, heißt es in der Studie. Ein Standortvorteil Ostdeutschlands seien die niedrigeren Lohnkosten. Daher dürfe die Anpassung der Lohnentwicklung an das westdeutsche Niveau nicht zur Leitlinie der Tarifpolitik erhoben werden. (nz)

